NRW-Theatertreffen 2019: VORSICHT, ZERBRECHLICH!

24. Mai 2019
 

Vom 30. Mai bis zum 8. Juni ist Münster Gastgeber des NRW-Theatertreffens 2019. Zehn herausragende Inszenierungen zeigen am Theater Münster und im Theater im Pumpenhaus die ganze Vielfalt der nordrhein-westfälischen Theaterlandschaft. Das Festival steht unter dem Motto “Vorsicht, zerbrechlich!” – ein Thema aktueller denn je in einer Zeit, in der die Demokratie und ihre Institutionen in einer tiefen Vertrauenskrise stecken. Das Theater als Ort der Freiheit und Utopien kann im besten Fall das kulturelle Herz und Rückgrat einer aktiven Zivilgesellschaft, Impulsgeber und demokratischer Erfahrungsraum sein. In diesem Sinne laden wir Sie herzlich ein, beim NRW-Theatertreffen unsere Gäste zu sein, mit den Künstler*innen aus ganz NRW und uns zu reflektieren, zu diskutieren – und zu feiern!

 

Pumpenhaus-Koproduktion “Pink Unicorns” bei Tanzplattform Deutschland 2020

5. Dezember 2019
 

Die Pumpenhaus-Koproduktion PINK UNICORNS von SAMIR AKIKA und LA MACANA ist zum Festival TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2020 eingeladen worden, das im kommenden Jahr vom 4. bis zum 8. März in München stattfinden wird. “An den eingeladenen Stücken lässt sich ablesen, dass der zeitgenössische Tanz in Deutschland eine Kunstform ist, die sich mit sozialen und politischen Themen auseinandersetzt und einen klaren Gegenpol zu aktuellen (rechts-)populistischen Tendenzen bildet, indem sie einen anderen, offenen Gesellschaftsentwurf impliziert», teilten die Organisatoren bei der Pressekonferenz mit. Das Festival bietet ein Forum zur Präsentation aktueller Entwicklungen und innovativer Strömungen im zeitgenössischen deutschen Tanz und findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt.

Ausführliche Informationen unter www.tanzplattform.de

 

NRW-ERKLÄRUNG DER VIELEN: “Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt”

12. Dezember 2018

 

Als Kulturschaffende in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Landwurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich so im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der NRW Kunst- und Kultureinrichtungen, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Rassismus ist Alltag. Rechtsextremismus ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Weitere Informationen unter www.dievielen.de

“Morsnet” in Emsdetten

8. September 2018
 

Exkursion in ein untergegangenes Land: Die Tanz-Compagnien GOTRA (NL), bodytalk (artist inresidence im Theater im Pumpenhaus, Münster) und Freunde, nehmen euch in einen Staat mit, den es nicht mehr gibt – nach Neutral-Moresnet am Vier-Länder-Punkt zwischen Belgien, Niederlande, Deutschland. Vor einhundert Jahren kam das Gebiet zu Belgien. Moresnet war so klein, dass es auf keine Landkarte passte. War es Provinz? Ja oder nein, es stand jedenfalls für pro winzig! Es wurde zum Sehnsuchtsort besonders junger Menschen, weil es dort keine Wehrpflicht gab und die Steuern niedrig waren. Wo sonst als in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten wird Moresnet am Samstag, 29. und Sonntag, 30. September, jeweils um 18 Uhr, wieder auferstehen. Mit euch! Deswegen haben wir einen Bus gechartert, der am Samstag, 29. September, um 17:00 Uhr vom Theater im Pumpenhaus (48147 Münster, Gartenstr. 123) nach Emsdetten fährt, spätestens um 21 Uhr sind alle wieder zurück. Bitte per email für den Bus-Shuttle anmelden (s.u.). Eintritt incl. Busfahrt: pay as you like (Soviel ihr wollt, also von 0,- bis …) Reservierung: office@bodytalkonline.eu

WILDWUCHS

14. März 2018
April 2018 / WILDWUCHS – Freie Szene

Vielfalt. Phantasie. Experimentierlust. Begriffe, die man auch in Münster gern mit der „Freien Szene“ verknüpft. Aber was genau ist das Wesen dieser Buntheit? Was bedeutet das Produzieren in freien Strukturen heute? Die Initiative „moNOkultur“ – Bündnis der Freien Szene – macht sich seit 2013 für bessere Förder- und Arbeitsbedingungen der unabhängigen Kunst- und Kulturschaffenden stark. Jetzt bieten wir den Stärken der Szene die breitestmögliche Plattform. Bündeln die kreative Power. Regen den Dialog an. Und forcieren die Vernetzung untereinander. In Kooperation mit dem Pumpenhaus zeigen wir vom 6. bis 29. April die Veranstaltungsreihe WILDWUCHS. Mit Ausstellungen, Performances, Konzerten und Partys. Die Spanne reicht vom Stummfilm mit Live-Musik bis zur Space-Hörspiel-Disko. Von der installativen Werkschau, der Gesprächsrunde zu aktuellen Perpektiven & Visionen der Freien bis zur alkoholseligen Lesung. Wir haben altgediente Künstler*innen und Gruppen ebenso eingeladen wie vielversprechende Newcomer. Schließlich ist die Freie Szene permanent im Wandel. Und garantiert für eine Überraschung gut. Wildwuchs eben!

Weitere Infos folgen…

Skulptur Projekte Münster

14. Mai 2017
10. Juni bis 01. Oktober 2017

Seit 1977 finden alle zehn Jahre die Skulptur Projekte in Münster statt. Künstler_innen aus aller Welt werden eingeladen, ortsbezogene Kunstwerke im öffentlichen Raum zu entwickeln. Während der Laufzeit wird das Theater im Pumpenhaus zum öffentlichen Produktionsort: Die Proben der internationalen Performer_innen um das Duo Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen für das neue Stück Kabuki Noir Münster sind für das Publikum zugänglich. Auf der Wiese vor dem Haus befindet sich das Projekt 5V von Aram Bartholl. Die insgesamt drei Installationen des Künstlers in Münster basieren auf thermoelektrischen Apparaturen, die Feuer – das erste Kommunikationsmedium überhaupt – direkt in elektrische Energie umwandeln. Am Pumpenhaus startet außerdem die GRANDTOUR: Jeden Samstag 15 Uhr sowie Sonntag 12 Uhr und 15 Uhr. Tickets vor Ort bis 15 Minuten vor Tourbeginn.
www.skulptur-projekte.de

www.grandtour-muenster.de

Bodytalk – Neuer Artist in Residence am Pumpenhaus

5. Oktober 2016

Ludger Schnieder kennt und schätzt die Arbeit der Kompanie seit vielen Jahren. Seit dem Weggang des Choreografen Samir Akika als Artist in Residence war er auf der Suche nach einer Tanzkompanie, die über einen längeren Zeitraum mit dem Pumpenhaus zusammenarbeitet und so die Chance erhält, inhaltliche und künstlerische Horizonte zu erweitern. Und die hiesige Tanzszene zu bereichern. Nun also bodytalk. In ihren Arbeiten kommunizieren die Neumünsteraner mit klarer Bildsprache und finden deutliche Worte zu aktuellen politischen Themen. Dass sie gekonnt Tabus thematisieren und mit ihren Produktionen ein großes Publikum erreichen, ermöglichte ihnen die Spitzenförderung Tanz des Landes Nordrhein-Westfalen. Gründerin Yoshiko Waki sieht der Zeit in Münster mit Freude entgegen: „Das Pumpenhaus hat in den letzten Jahren mehrere Produktion von uns koproduziert. Bei jedem Besuch haben wir uns sehr wohl gefühlt. Künstler sind dort sehr gut aufgehoben.“ Für die nächsten Jahre stehen auch schon Pläne in der westfälischen Studentenstadt an, wir dürfen gespannt sein.

 

RAPPAPORT hits Muenster

10. – 16. Januar 2016

Er ist eine Ausnahmeerscheinung! Das Multitalent Stephen Rappaport. In den USA und Skandinavien hat er Star- und Kultstatus. Einen Künstler wie ihn im Haus zu haben, das ist selbst für unsere verwöhnten Verhältnisse eine ziemlich spektakuläre Nummer. Weswegen wir dem Schauspieler, Regisseur, Autor und Singer-­Songwriter vom 10. bis 16. Januar gleich einen ganzen Programmblock widmen: Rappaport hits Münster!
Wenn schon, denn schon. Vor der Kamera hat sich der 64-jährige mit dem markanten Gesicht einen Extremisten-Ruf erarbeitet, der ihm prägende Rollen in Emergency Room, Star Trek Voyager oder als Ökoterrorist im Krimiformat Beck eingebracht hat. Kein bisschen weniger kompromisslos geht der amerikanische Allrounder als Solo­performer auf der Bühne zur Sache. Oder als Frontmann seiner Stephen Rappaport Band, die schon beim einmaligen Gastspiel in der Small Beast-Reihe die Musik-Aficionados hingerissen hat.
Also, Münster – Antreten zum Rappaport.
»The theatre is where I can explore The Other Side. Where I can delve into my passions, ques­tions, inner battles, fears. Where I can challenge my own beliefs and find a depth where stories evolve; stories that others can relate to and make use of.« Stephen Rappaport

Theater + Konzert | 13,- € / erm. 8,- €
So 10. Januar, 20:00 Uhr
Stephen Rappaport | Stockholm
The Museum of Contemporary Art + Up Close and Personal Concert

Um Kunst geht’s nur am Rande in diesem furiosen Rappaport-Monolog. Sein längst legendäres, seit Jahrzehnten um die Welt tourendes Solo-Stück verdankt den Titel vielmehr einer romantischen Phantasie: Die Hauptfigur, ein ziemlich einsamer Typ ohne Beziehung, träumt vom perfekten Date im Museum. Mit der perfekten Frau natürlich. Der einen, die ihn versteht. Die den großartigen Mann erkennt, der er ist. Die ihn rettet und mit ihm durchs Leben und durch Ausstellungen geht. Klar, so ein Traumgeschöpf muss erst geboren werden. Aber Hilfe – das wird mit fortschreitender Performance-Dauer immer deutlicher – braucht dieser Narziss ziemlich dringend. Rappaport breitet seine einseitige Liebesgeschichte mit der Verführungskraft und Schläue einer Paradiesschlange aus. Und mit durchschlagender physischer Präsenz: als Liebhaber, Giftmischer, nice guy und Arschloch. Dazwischen kann er im Wimpernschlag switchen. Im Anschluss gibt’s zur Krönung noch ein Konzert: Stephen Rappaport – up close and personal!

Neuer Zirkus 20,-€ / erm. 15,-€
Mi 13. Januar, 20:00 Uhr
Do 14. Januar, 20:00 Uhr
Fr 15. Januar, 20:00 Uhr
Johan Wellton | Stockholm
On the loose

Zirkus also. Ernsthaft? Clownerie, Seiltanz und Tamtam? Nicht, wenn der Regisseur Stephen Rappaport heißt. Und der Performer Johan Wellton. Die beiden Radikal-Künstler haben zusammen eine Show auf die Beine gestellt, die sie in fröhlicher Untertreibung als Molotow-Cocktail der Artistik bezeichnen. Tatsächlich ist On the Loose ein Dauerbombardement aus überschießendem Chaos, irrem Humor und entfesselter Körperkunst. Jonglieren, Zaubertricks, Pyroeffekte – klar, kennt man alles. Aber nicht so. Rappaport treibt Wellton, Phänomen des schwedischen New Circus, in die völlige Verausgabung vor knallbunter Kulisse. Ein Spektakel mit doppeltem Boden: On the Loose dreht sich nicht zuletzt um die Aufs und Abs der Entertainer-Existenz. Um das Gefühl, mit runtergelassenen Hosen auf der Bühne zu stehen. Und sich vor Publikum in den Fuß zu schießen. Der Abend ist die technisch abgespeckte Variante des von Rappaport und Wellton erarbeiteten Welterfolgs Glitch –noch direkter, verrückter und bestürmender!

Konzert | VVK: 11,- € / Abendkasse: 15,- €
Sa 16. Januar, 20:00 Uhr
Stephen Rappaport Band | Stockholm
in Concert

Und bevor wir’s vergessen: Als Musiker ist Rappaport mindestens so eine Sensation wie in Star Trek als Gruselkopf Motura, der von einem fleischfressenden Virus befallen wurde. Weswegen wir natürlich auch der schwedisch-amerikanisch besetzten Stephen Rappaport Band die Bühne bereiten. Die »begeistert mit einem tanzbaren Mix aus Kirmes, Burleske, Vaudeville und anderen halbseidene Musikformen« (WN). Und kann sich nicht nur auf das Rückgrat aus Gitarrist Johan Carlberg (schon Robyn- und Britney-Spears-erfahren!), Drummer Brady L. Blade Jr (u.a. Emmylou Harris, Jewel, Steve Earle, Indigo Girls) und Bassist Joacim Backman (laut Bio Bezwinger riesiger Rumpsteaks) verlassen. Sondern natürlich auch auf die Performance-Skills des Frontmanns, der über durchgeknallte Haustiere oder die Feinheiten des Muffin-Backens mit der gleichen Inbrunst singt. Rappaport – eine Show für sich!

Kooperation Westfälischer Kunstverein

23. September 2015

Im vergangenen Jahr haben wir es ausprobiert: Der schwedisch-französische Choreograf Philippe Blanchard zeigte seine Produktion “This is that” im Westfälischen Kunstverein. Die interdisziplinäre Kooperation zwischen Theater und Kunstverein hat nun Früchte getragen: Am 16. Oktober zeigt Blanchard seine neue Produktion There are no such things as silly things ebenfalls dort. Es geht ums Verrücktsein und um Kinderspiele. Aber nicht darum, das Kind zu spielen. Wir laden herzlich.

Kultursemesterticket

2. Juni 2015

Um unser vielfältiges Programm abseits klassischer Theaterformate auch Studierenden zu ermöglichen, unterstützen wir das Kultursemesterticket der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zu jeder Produktion (Ausnahme: vorher ausverkaufte Veranstaltungen) geben wir 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn bis zu zehn Eintrittskarten kostenlos raus. Es gilt die Vorlage des Studentenausweises, Reservierungen sind hier nicht möglich. Wer das Risiko scheut und sich seiner Karte sicher sein möchte, kann natürlich auf gewöhnlichem Wege vorher bei uns reservieren und zahlt dann den ermäßigten Studententarif.

Das Theater im Pumpenhaus gehört zu den ersten freien Theaterhäusern in Deutschland. Heute international bekannte Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes und Theaters wie Sasha Waltz, Thorsten Lensing oder andcompany&Co. spielten von Beginn an auf der Bühne des einstmaligen Abwasserpumpwerks. Im Mittelpunkt steht die Suche nach Statements auf Höhe der Zeit und erkennbaren künstlerischen Handschriften. Unabhängig von Zuschauerquoten und propagierten Trends und jenseits klassischer Theaterformate zwischen Performance, Neuen Medien, Musik, Streetdance und Bildenden Künsten. Mit rund 200 Veranstaltungen pro Jahr, Festivals und Aktionen im öffentlichen Raum ist das Pumpenhaus für ein breites Publikum ein verlässlicher Ort für ständige Perspektivwechsel.