14. Juli 2014
Andy Zondag, LUKAS UND/Stine Hertel & Alice Ferl, Ursula Nill laden ein:
Keren Levi, Niels Bovri, Philippe Blanchard
Mo 21. bis Mo 28. Juli 2014
Was macht man, wenn man als darstellender Künstler kein Nachwuchs mehr ist? Wenn man als Regisseur / Choreograf / Performer den Newcomer-Stempel abgelegt hat und sich in der Szene festigen muss? Um drei junge Künstler aus NRW und Bremen in dieser Übergangsphase zur Professionalisierung zu unterstützen, bietet das Theater im Pumpenhaus zur spielfreien Zeit vom 21. bis 28. Juli einen einwöchigen Workshop/Tooltank im Münsteraner Probenzentrum Hoppengarten mit drei erfahrenen internationalen Künstlern an.
Die Künstler Andy Zondag, LUKAS UND und Ursula Nill stehen an einem Punkt ihrer Berufsbiografie, an dem die Arbeitserfahrung zu groß ist, um als Beginner zu gelten und der Übergang in die Professionalisierung und Etablierung eben erst begonnen hat. Die Choreografin Keren Levi ist auf Einladung der Kölner Choreografin Ursula Nill dabei, Niels Bovri, einstmaliger Bühnentechniker und heute Regisseur aus Berlin/Düsseldorf arbeitet mit den Illusionswissenschaftlerinnen Stine Hertel und Alice Ferl vom Performancekollektiv LUKAS UND aus Düsseldorf und Andy Zondag hat den britisch-französischen Choreografen Philippe Blanchard eingeladen. Die Gruppe arbeitet während des einwöchigen Tooltanks kontinuierlich zusammen, um Fragen zu verfolgen, die sich aus den letzten Arbeiten ergeben haben oder um neue Forschungsbegehren miteinander zu verhandeln. Prozessbegleitend vermittelt die Kölner Dramaturgin Judith Ouwens dieses neue Lernformat. Die Ergebnisse des mehrtägigen Treffens sind nicht direkt im Anschluss in einer Produktion wahrnehmbar, sondern lassen sich in den nächsten Arbeiten der Künstler auf den Bühnen des Landes in Augenschein nehmen.

Das Theater im Pumpenhaus zieht ja bekanntlich weite Kreise: Das von uns koproduzierte Chelyabinsk Contemporary Dance Theatre und seine Choreografin Olga Pona sind für den größten russischen Theater- und Tanzpreis Golden Mask nominiert und das gleich in zwei Kategorien: Catching the Waves, das am 13., 14. und 15. September als Europa-Premiere in Münster zu sehen war, ist Anwärter in der Kategorie Beste Tanzproduktion und Olga Pona selbst nominiert als Beste Choreografin. Das russische Ausnahmetalent aus der Provinz konkurriert mit acht weiteren Arbeiten um die Gunst der Jury, darunter Tanzabende von Tatiana Baganova und Sasha Waltz. Wir drücken die Daumen für die Verleihung am 18. April 2014
Am 21. und 23. gastiert das reisende büro für zeit + raum mit der Produktion “Gedanken über weite Entfernungen. Eine Kontaktaufnahme” im Theater im Pumpenhaus. Die Arbeit vereint Elemente aus experimentellem Musiktheater, Tanz und Performance. Am spielfreien Tag in Münster wird die geballte Expertise geteilt: das Team gibt in einem Workshop praktischen Einblick in die Arbeitsweisen, die für dieses Projekt und in diesem Projekt entwickelt wurden.
Wer bei “This is not a rehearsal” war, konnte wohl kaum umhin, die Raumintervention auf der großen Bühne zu erleben: Schwarze Vorhänge bildeten Zwischenräume in der Fläche. Gänge, Säulen, mobile Durchgänge entstanden und markierten in Da_zwischen einen neuen Zusammenhang von Architektur und Aktion. Inspiriert von Eva Meyers Gedanken, dass es “der Körper ist, der neu definiert und geordnet werden muss, von den Kleidern, die es inzwischen für ihn gibt” war diese Arbeit von Clara Napp. Gemeinsam mit Carola Uehlken treibt sie nun als Kuratorin die Auseinandersetzungen mit Raum, Körper und Ordnungspolitiken weiter. Am 28. November 2013 um 18.00 Uhr in der Kunstakademie Münster eröffnen sie im Rahmen der Fachtagung Innen.Außen. Anders. Der Körper im Werk von Gilles Deleuze und Michel Foucault eine Ausstellung mit Bettina Dettmer und Willi Kramer, Ivan Geddert, Betsy Flock und Jan Partke, Gisa Pantel, Egill Sæbjörnsson, Anne Staab und Benjamin Zuber. Zu besichtigen bis zum 1. Dezember, täglich von 11.00 – 19.00 Uhr. Wir bleiben dran.
Seine Arbeiten werden mittlerweile bei allen bedeutenden Festivals in ganz Europa, in Asien und Amerika und jüngst in Australien gezeigt, Kritik und Publikum gleichermaßen feiern ihn und seine Werke. Für Anhänger und Interessierte, hat sich Raimund Hoghe in enger Zusammenarbeit mit der Fotokünstlerin Rosa Frank, aber auch weiteren Partnern wie Jacqueline Chambord und Luca Giacomo Schulte an eine Chronik seiner Arbeit der letzten zwei Jahrzehnte gewagt. Zunächst im Sommer erschienen im Rahmen des renommierten Festivals Montpellier Danse, gibt es nun die Gelegenheit, dem Erscheinen der deutschsprachigen Version beizuwohnen:
“Hier ist der Kontrast zwischen Arm und Reich in allen Regionen empfindlich spürbar. Jenseits der öffentlichen Wahrnehmung setzen sich jedoch zunehmend alternative Gesellschaftsformen durch. Diese Mikrokosmen existieren überwiegend unabhängig vom Staat und haben eigene Überlebensstrategien entwickelt, die jenseits von kapitalistischen Produktionsweisen und Vermarktungsinteressen zu liegen scheinen. Diese Tendenzen haben ihr Fundament in den indigenen Wurzeln des Landes. Enrique und ich wollen unsere postkolonialen Brillen absetzen und den Blick hinter die touristisch konsumierbar gemachte Fassade wagen, abseits von Freihandelsabkommen und den gepflasterten und hermetisch gesicherten Pfaden des Gauckschen Kolumbien-Besuchs. Wir werden uns der Lebensweise und Spiritualität indigener Gemeinschaften nähern.”