RedArt (MS)
Dean Reed, der singende Cowboy, wird 1938 auf einer Hühnerfarm in einem staubigen Nest in Colorado geboren. Ein Amerikaner wie aus dem Bilderbuch: bezwingend attrak- tiv, charmant und mit ungeheurem Sendungsbewusstsein ausgestattet. Er wird zum unbekanntesten Super- star aller Zeiten. Die Menschen liegen ihm und seinen Liedern zu Füßen, ob in Nicaragua, Chile, Venezuela, im Libanon, in Russland. Und schließlich Anfang der 70er Jahre in der DDR. Ein Leben, das die Mythen des Rock’n’Roll und die des Kalten Krieges auf obskure Weise vereint. Der OstCowboy, der an den Sozialismus glaubt, wird 1986 tot aus dem Zeuthener See bei Berlin gezogen. Roger Trash, Sänger, Songwriter, Musiker und Autor mit 30 Jahren Bühnenerfahrung quer durch die Republik, begibt sich auf Spurensuche zu dem seelen- verwandten OstCowboy. Gemeinsam mit seinem Kollegen Serge Corteyn, dem Belgier aus Wattenscheid, folgt Trash der Fährte in dieser geheim- nisvollen Biografie und entdeckt Affinitäten und Dissonanzen. Die Inszenierung basiert auf doku- mentarischen und fiktiven Textmate- rialien, Musik und bearbeiteten Filmausschnitten.REGIE Paula Artkamp
DRAMATURGIE Harald Redmer
RAUM Hans Salomon
LICHT Volker Sippel
REGIEASSISTENZ Katharina
PRODUKTION RedArt
IN KOPRODUKTION mit dem Theater im Pumpenhaus
GEFÖRDERT von Kulturamt der Stadt Münster


Kann man das Hirn mit dem Hirn verstehen? Plasma nimmt sich in seinem achten Projekt dieser Materie an und macht sie im Theater sicht- bar. Der Bühnenraum wird zur Dunkel- kammer des Gehirns, die Suche nach Antworten zum Theaterereignis. Vielschichtig, poetisch und dabei reduced to the max. An den Grenzen von Theater, Musik und bildender Kunst. Regisseur Lukas Bangerter und Schauspieler Wowo Habdank haben Plasma gegründet und ge- hören zu den Protagonisten der freien Theaterszene in der Schweiz. Jetzt endlich im Pumpenhaus! »Plasmas szenisches Konzert um einen Sprechfehler ist materiell eine hirnrissige wissenschaftliche Besin- nungslosigkeit; atmosphärisch ist es Besinnung, auf die unbestimmte Lücke zwischen den wissenschaft- lich haltbaren Bestimmungen. Schiller – darum nennen wir Plasma klassisch – war auch Hirnforscher und erkannte in Lücke und Zwischenraum das Fehlende, das er im ›Tell‹ kurz so fasste: »der Freiheit eine Gasse«. (St. Galler Tagblatt)