02.05.2010 – Gerold Marius Glajch / Westfälischen Nachrichten: „Märchen“ mit realem Hintergrund

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02.05.2010 – Gerold Marius Glajch in den Westfälischen Nachrichten
„Märchen“ mit realem Hintergrund

Bewegende Schicksale im Pumpenhaus
Münster – Die Bilder weltweiter Flüchtlingsdramen haben sich in unsere Köpfe gebrannt: „Boatpeople“ aus Vietnam, Afrikaner in Schlauchbooten auf hoher See, Tote an der innerdeutschen Grenze, Flüchtlingsströme aus dem Osten nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Und wohl jeder kennt einen Menschen, der seine Heimat verlor, vertrieben wurde, flüchten musste. Dennoch begegnen wir diesem Thema meistens nur im anonymen Umfeld der Medienbilder. Häufig haben wir kaum eine Möglichkeit, uns in das Schicksal anderer einzufühlen.

„Gesellschaft für reale Märchen“ nennt sich die Theatergruppe um den Künstler Branko Simic, die versucht, uns dieses Einfühlungsvermögen zurückzugeben. Dazu lösen sie das Knäuel aus anonymer Masse auf. Die Zuschauer begegneten in dem Stück „Karl May 2.0 durch das Land der Skipetaren – Double Bill“ sechs Menschen mit ihren Geschichten, per Video auf Großbildleinwand und real in Person von Branko Simic und der Schauspielerin Vernesa Berbo, beide selbst ehemalige Flüchtlinge vor dem Bosnienkrieg. Die Multimedia-Präsentation wirkte gewollt distanziert. Mit den Schicksalen, die präsentiert wurden, zielten die Erzähler nicht vordergründig auf Emotionen. Der Tonfall, in dem die Video-Interviews übersetzt wurden, blieb nüchtern. Selbst die akustischen Elemente von Geräuschesammler Günter Reznicek, die die szenische Lesung begleiteten, drängten sich nicht auf. So hatten die Zuschauer die Möglichkeit, sich ohne Gefühlsduselei den Geschichten zu nähern.

Wir erfuhren von Aminatu aus Sierra Leone, wie sehr sie als kleines Mädchen bei ihrer Ankunft in Deutschland staunte, weil die gesamte Umgebung weiß eingefärbt war. Schnee war ihr unbekannt. Wir hörten von Slobodan aus Tuzla, wie er kurz nach der Ankunft in Deutschland wieder zurück ins Kriegsgebiet nach Bosnien wollte. Er konnte den täglichen Kleinkrieg zwischen Flüchtlingen aus aller Welt nicht ertragen, die man alle in demselben Asylheim untergebracht hatte. Die collagenhaft präsentierten „realen Märchen“ endeten alle märchenhaft, mit einem versöhnlichen Ende.

 

01.05.2010 – Torben Zimmermann / Westfälischen Nachrichten: Künstlerpech – Song-Satire wurde ein Hit

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01.05.2010 – Torben Zimmermann in den Westfälischen Nachrichten
Künstlerpech – Song-Satire wurde ein Hit

Münster – Gibt es sie wirklich, die Formel für den garantierten Chartserfolg? Ja, es gibt sie – und zwar schon weitaus länger als RTL und Dieter Bohlen versuchen, einen „Superstar“ nach dem anderen zu produzieren. Bereits 20 Jahre vor DSDS schrieben Bill Drummond und Jimmy Cauty alias The KLF ein Buch mit dem Titel „Der schnelle Weg zum Nr.1-Hit“.

Der Theater- und Hörspielautor Paul Plamper nahm das Handbuch zum Erfolg als Vorlage für eine eigene Produktion: „Top Hit leicht gemacht – in 50 Minuten an die Spitze der Charts.“ Das musikalische Patentrezept bildet den Auftakt der vom Pumpenhaus veranstalteten Hörspielreihe. Als Ort des akustischen Geschehens wählte man dem Thema entsprechend Jörgs CD Forum.

Kurz vor Beginn haben sich neben dem Autor selbst kaum ein Dutzend Interessierte versammelt. Wollen so wenige reich und berühmt werden? Oder haben die meisten erkannt, dass ein Superhit allein in Zeiten von Musikpiraterie ohnehin nicht zum Leben reicht?

Den Anwesenden scheint dies gleich zu sein: In familiärer Atmosphäre, umgeben von Musik-CDs und diversen Nr.1-Hits, lauschen sie gebannt der satirischen Gebrauchsanleitung zum schnellen Geld:

Am Anfang steht ein Arbeitsloser. Nach dem Gespräch mit einem windigen Kredithai hat er genügend Kapital, um für fünf Tage ein Produktionsstudio inklusive Produzenten zu mieten. Da er außer einem nichtssagenden Refrain und einer gesummten Melodie nichts zum Song bei-trägt, treibt er den Hit-Experten fast in den Wahnsinn. Zum Glück ist der Produzent lang genug im Geschäft – er kennt die „Goldenen Regeln“: „Nimm ´ne fette Bassline und ´nen 4/4-Takt – finde den unwiderstehlichen Groove! Halt dich an Klischees, es bringt nichts, nach Originalität zu streben! Verzichte auf die Überleitung, das ist was für musikalisch Ambitionierte!“

Am Ende der fünf Tage Tonstudio und 50 Minuten Hörspiel steht die Single „I can see it in your eyes“. Was von Plamper als „Gegenmodell zum automatisierten Casting-System“ gedacht war, wurde tatsächlich ein Erfolg. Der Song wurde am Markt platziert – und hielt sich im Sommer 2002 mehrere Wochen auf Platz 37 der deutschen Singlecharts . . .

 

30.04.2010 – Gerhard H. Kock / Westfälischen Nachrichten: Von der Sehnsucht des Körpers

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30.04.2010 – Gerhard H. Kock in den Westfälischen Nachrichten
Von der Sehnsucht des Körpers

Daniel Léveillé Dance (Montréal) – Amour, acide et noix

Münster – Nackte auf der Bühne – da stöhnt der von provozierwütigen Regie-Gockeln geplagte Theaterbesucher genervt auf. Hätte einer der Tänzer im Ballett von Daniel Léveillé auch nur ein Feigenblättchen getragen, das bewegende bewegte Tanzgedicht des kanadischen Choreografen wäre verdorben gewesen. Was das gebannte Publikum am Mittwochabend im Pumpenhaus im Rahmen des Statement-Festivals erleben durfte, war die Inszenierung der freien Seele des Körpers im Zeitalter seiner systematischen Selbst-Versklavung.
In Zeiten der Freiheit von Markt und Marketing wird der Körper vom Konsumenten gemästet und gestählt, maskiert und instrumentalisiert. Daniel Léveillé zeigt den Körper als Seele, als reinen Leib mit eigenen Leidenschaften. Drei Männer und eine Frau zeigen in „Amour, acide et noix“ (Liebe, Säure, Nüsse) nichts als ihren Körper, Körper, die sich bewegen und ausdehnen wollen, Natur sein wollen, nicht alleine sein wollen.
Léveillé lässt durch seine Tänzer Bilder aufscheinen, die den Körper in Bezug zu Kultur und Natur setzen. Oft explodieren die Tänzer in Posen, die an die Proportionsstudie „Der vitruvianische Mensch“ von Leonardo da Vinci erinnern. Das Licht akzentuiert die Körperform zu einer musealen Qualität, die an Marmor und Michelangelo erinnert.
Das Licht bewirkt ebenfalls, dass die Körper in Bezug zur Natur gesetzt werden. In vier warmen Leuchtkegeln wie Sonnenlicht scheint das Quartett wie erstarrt. Doch während aus dem Dunkel eine Stimme den Gesang der Spatzen erläutert und das Auge von Tänzer zu Tänzer wandert, wird einem klar, dass hier fast unmerklich Bäume im Wachsen begriffen sind. In einer anderen Sequenz liegen die Körper dicht an dicht, sie bewegen sich rollend wie ein flächiges Lebewesen über den Erdboden und wogen und wallen während im Hintergrund leise Led Zeppelin zu erlauschen ist. Das Publikum schaut gebannt in atemloser Stille über das Leben dieser Körper, die jenseits von Mann und Frau – Menschen sind.

Überhaupt offenbaren Léveillés tanzende Körper eine vergessene Realität: Diese Welt ist ein Wunder, der menschliche Körper ist ein bewundernswerter wunderbarer Zell-Organismus. Aus versteinerter Positur springen die Tänzer immer wieder in fragile Balancen, mit Hilfe eines anderen Körpers kann der eigene Körper über sich hinauswachsen, schweben, fliegen. Aber selbst der Athlet, wie hoch und wie weit er auch springt, Mutter Erde zieht ihn an sich heran, ein von Haut zusammengehaltenes Häuflein Mensch.

Und die Intimität nackter Körper? Es gibt viele Berührungen, oft umfangen, heben oder drücken sich die Tänzer, mal aggressiv zu Rammsteins „Sehnsucht“, mal anmutig zu Vivaldis „Jahreszeiten“. Aber es gibt nur wenige intime Momente. Immer dann, wenn die Blicke sich treffen, begegnen sich die Seelen der Körper wirklich.
Am Ende stehen die Körper von Mathieu Campeau, Justin Gionet, Emmanuel Proulx und Esther Gaudette bekleidet vor ihrem Publikum. Der Körperklang der Zuschauerhände berührt die atmenden Körper der Tänzer und lässt ihr Antlitz leuchten, ihre Lippen lächeln, und vielleicht fühlen sich alle Körper in diesem Theater in diesem Moment nicht getrennt von der Welt.
 

30.04.2010 – Helmut Jasny / Münsterschen Zeitung: Der Mensch als Maschine

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30.04.2010 – Helmut Jasny / Münsterschen Zeitung
Der Mensch als Maschine

Tanz: Daniel Léveillé und die Nackten

Es ist gewissermaßen ein Reinheitsgebot, dem die drei Männer und eine Frau hier unterliegen. Keine Dekoration, keine Requisiten und keine Kostüme. Nichts als der bloße, gnadenlos exponierte Körper steht ihnen für ihre Kunst zur Verfügung.

Gen Himmel
Aber sie scheinen keine Probleme damit zu haben. Offensiv in ihrer Nacktheit marschieren sie zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ auf die hart ausgeleuchtete Bühne. Dann kommt Schwung in die Körper. Sprünge aus der Hocke heraus mit sehnsuchtsvoll gen Himmel gestreckten Armen wechseln sich mit gefährlich aussehenden Schraubbewegungen ab. Dazwischen verharren sie immer wieder in Posen, mit denen sie bei einem Aktzeichenkurs Modell stehen könnten. Auch Medizinstudenten dürften am genau zu beobachtenden Spiel der Muskeln ihre Freude haben.
Mit großer Abwechslung verwöhnt Léveillé sein Publikum nicht. Auch nicht mit besonderer Eleganz oder Geschmeidigkeit. Hart und abrupt sind die Bewegungen der Tänzer. Zuweilen erinnern sie an Testläufe einer mechanischen Apparatur, die sich mit nur kleinen Veränderungen ständig wiederholen. Auch die Vorbereitungen für die einzelnen Ausführungen werden in das Ritual einbezogen – die Konzentration, das Atemholen und das Anspannen der Muskeln.
Mehr Studie
Über weite Strecken ist es mehr Studie als Tanz, was hier über die Bühne geht. Der französische Arzt und Philosoph Julian Offray de La Mettrie kommt einem in den Sinn, der in seinem Buch „L’Homme Machine“ den Menschen mit einer Maschine verglichen und damit die wissenschaftliche Welt des 18. Jahrhunderts gegen sich aufgebracht hat.
Umso überraschender ist es, dass die Tänzer dann ausgerechnet beim Brachial-Rock von Rammstein die bei Vivaldi vermisste Zärtlichkeit an den Tag legen. Plötzlich kommt es zu Berührungen und zu Annäherungen, und die zierliche Tänzerin darf ihren kräftigen Kollegen mit großartiger Geste in die Luft stemmen. Später legt sich das Ensemble auf den Boden und formiert sich zu Körperlandschaften, die sich ständig verändern, wie es die Erde einst gemacht hat und auch heute noch manchmal tut, bevor nach gut einer Stunde das eindrucksvolle, aber auch ein bisschen spröde Stück endet.

Fotostrecke MZ

Das Pumpenhaus feiert seinen 25. Geburtstag mit dem von unserer Zeitung präsentierten „Statements“-Festival. Die nächsten Tanztheaterproduktionen:
  • Am 7. Mai sind die Choreografen Keren Levi und Tom Parkinson mit ihrer neuen Produktion „Envelopes“ im Pumpenhaus zu Gast. Vor einer Woche wurde das Stück beim Springdance-Festival in Utrecht uraufgeführt. In Münster ist die deutsche Erstaufführung zu sehen. Levi erregte jüngst mit ihrem Stück „Big Mouth“ Aufsehen auf dem israelischen Tanzfestival „International Exposure“. Beginn ist um 20 Uhr.
  • Am 8. Mai wird die Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in Münsters Speicher II (Hafenweg 28) zur Bühne. Miet Warlop aus Brüssel zeigt um 20 Uhr „Springville“: Hier wird Hausrat lebendig.
  • Karten im Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, Tel. (0251) 23 34 43.
 

27.04.2010 – Münstersche Zeitung: Anders als die Anderen — „Beautiful Freaks“: Theater über Außenseiter

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27.04.2010 – Münstersche Zeitung
Anders als die Anderen — „Beautiful Freaks“: Theater über Außenseiter

Münster. Wer anders ist als die Masse der menschen, ist schnell als Außenseiter abgestempelt . Cactus Junges Theater behandelt in seinem neuen stück „Beautiful Freaks“ (ab 2.05.) das Spannungsfeld zwischen Normalos und Sonderlingen.
Die Theatercollage zum Start des Cactus-Jahresfestival-programms „Spurwexel 2010“spielt in einem Zirkus, 90 Minuten vor der Vorführung. Da ist der Bär los, denn ein Freak, der ein Krokodil zu bändigen weiß, fehlt noch. Und so hat der Zirkusdirektor (Ari Nadkami) rund um die manege der so genannten „Freak Society“ noch jede Menge zu tun.
Cactus-Regiseur Alban Renz lehnt sich ab das Grundprinzip von Tod Brownings Kulthorrorfilm „Freaks“ von 1932 an. Dort stellten sich die monströsen Missgeburten als die Guten und die Gutaussehenden als die Bösen heraus.
Cactus Junges Theater verarbeitet aber auch persönliche Aus-Grenzungserfahrungen, solche etwa, die die beiden Schau-spieler Ari Nadkami und Julius Dombrink in ihrer Schulzeit erleben mussten. Jedoch ohne erhoben Zeigefinger oder Seelenstriptease, sondern mit trashig-abstrakten, schwarz-humorigen und erstmalig auch sportlichen Szenen. Textfrag-mente aus Interviews mit Münsteranern im Alter zwischne 6 und 56 Jahren veranschaulichen, dass niemand von allein zum Außenseiter wird.
Das Stück „Beautiful Freaks“ ist ein Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber dem Andersartigen. Dabei geht es aber auch um die Frage, wer eigentlich bestimmt, was normal ist. Und ob es nicht todlangweilig wäre, immer nur normal zu sein. Worauf es stattdessen ankommt, formuliert das Cactus-Ensemble frei nach Farin Urlaubs Hitsingle „Glücklich“ auch musikalisch: „Es ist egal, was du bist. Hauptsache ist, es macht dich glücklich!“

 

26.04.2010 – Isabell Steinböck / Westfälischen Nachrichten: Bilderreigen für alle Sinne

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26.04.2010 – Isabell Steinböck in den Westfälischen Nachrichten
Bilderreigen für alle Sinne

“Showcase Beat Le Mot” zeigt Wiedertäufer-Stück “1534” im Pumpenhaus

Münster – Schon das Bühnenbild zeugt von kreativem Chaos: eine Sanduhr aus riesigen Plastikflaschen, ein Glaskasten, in dem meterhoch Seifenschaum quillt, ein überdimensionaler Experimentierkasten mit flackernden, roten Lampen. Außerdem ein Terrarium, „singende“ Gläser, Wäscheleine, Töpferscheibe. Alles in allem herrscht Lager­atmosphäre: vier Männer arbeiten in Seelenruhe oder sitzen einfach nur da.

Man schreibt das Jahr 1534, die Wiedertäufer haben in Münster das Regiment übernommen. Wie das ausgesehen haben könnte, bringt die Berliner Performance Gruppe „Showcase Beat Le Mot“ mit „1534“ auf die Bühne. Im Rahmen von „Statements“ gastierten die Künstler im Pumpenhaus und zeigten ein ironisches Pendant zu „Herz der Freiheit“, das Wiedertäufer­Stück, mit dem die Historie des Theaters vor 25 Jahren begann.

Die Geschichte ist kurz erzählt: Vier Geistliche, „arm, faul und ohne Einfluss“, wollen ihre Verhältnisse verbessern und schließen sich den Wiedertäufern an. Von nun an erkennen sie weder Privatbesitz noch Obrigkeiten an und lassen ihre eigenen Gesetze gelten, bis die Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die belagerte Stadt einnehmen und die Wiedertäufer hinrichten.

Münsters Geschichte ist hier verarbeitet zu einem mit allen Sinnen erfahrbaren Bilderreigen, der sich mit Ruhe genießen lässt. Die ersten 20 Minuten verbringt „Showcase Beat Le Mot“ hauptsächlich damit, die Szene aufzubauen, und auch danach hält sich die schauspielerische Aktion in Grenzen. Dafür gibt es mittelalterlich anmutenden Gesang, duftenden Weihrauch, Lichteffekte, choreografierte Szenen – mit Fratzen, die an Hieronymus Boschs Malerei erinnern – und am Ende Brot und Wein für alle. Die vier Darsteller, in der Ankündigung treffend als die „beste Boy-Group des deutschen Gegenwartstheaters“ beschrieben, setzen auf Optik und sinnlich Erfahrbares, in einer Performance, die sich humorvoll dem Thema rund um Anarchie und Weltherrschaft widmet und dabei unweigerlich auf menschliche Abgründe stößt. Inhalte, die damals wie heute aktuell sind, in einer Theaterfassung, die immer wieder den Bogen zur heutigen Realität schlägt. Ein intelligentes Stück Theater, witzig, kreativ und tiefgründig zugleich.

 

25.04.2010 – Michael Heß in “draußen! – Straßenmagazin für Münster und Umland” Das Theater im Pumpenhaus feiert 25 Jahre

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25.04.2010 – Michael Heß in “draußen! – Straßenmagazin für Münster und Umland”
Das Theater im Pumpenhaus feiert 25 Jahre

STATEMENTS – Münsters größtes Theaterfestival aller Zeiten 

Münsters freie Theaterszene gilt bundesweit als einzigartig. TITANICK und Jugendtheater CACTUS, Borchert-Theater und Der kleine Bühnenboden, das Ensemble Freuynde und Gaesdte und die English Drama Group – alle tragen ihren Teil bei zum Theatermekka Münster. Mittendrin eine besondere Spielstätte: das Theater im Pumpenhaus, das nun mit einem außerordentlichen Programm sein 25-jähriges Jubiläum als Ort der freien Szene feiert. Über Geschichte und Geschichten und über das Jubiläum selbst unterhielt sich Michael Heß mit Geschäftsführer Ludger Schnieder.

Das Gebäude fällt auf. Mit seinen Erkern und Nischen, Türmchen und verwinkelten Fenstern und Anbauten atmet es immer noch den Charme einer verblichenen Industriearchitektur mit Fachwerk und Jugendstilanklängen. Der Name “Pumpenhaus” verweist auf die frühere Funktion als städtische Pumpstation; seit 1901 leitete es städtische Abwässer auf die sechs Kilometer entfernten Rieselfelder. Das ist längst Geschichte, hat die ursprüngliche technische Gebäudefunktion doch der Kultur Platz gemacht, auch wenn die den Namen gebenden Pumpen heute noch den Parkplatz neben dem Gebäude zieren. Im vormaligen, seit Beginn der 70er Jahre leer stehenden Pumpwerk eröffnete nach einer anderthalb Jahre währenden Umbauphase am 10. Mai 1985 das Theater im Pumpenhaus (TiP) als erstes freies Theater in NRW überhaupt. 
Getragen von der Theaterinitiative Münster, einem seinerzeitigen Zusammenschluss von sieben Ensembles. Passend mit einem Stück zu den Wiedertäufern: “Herz der Freiheit”, die brilliante Inszenierung sorgt noch heute für Gesprächsstoff. Mit Ablauf des Jahres 1998 war die Theaterini- tiative Geschichte, ab dem 1. Januar 1999 wird das Haus städtische GmbH. Wie auch immer, ist es 25 Jahre und ungezählte Aufführungen später an der Zeit, eine großartige Bilanz zu ziehen. 
Und das kann niemand besser als der langjährige Leiter des Hauses, Ludger Schnieder. Schnieder selbst ist prädestiniert für den Job. Der 54-jährige Münsteraner (verheiratet, zwei Töchter) studierte an der WWU Germanistik und Publizistik, spielte seit seinem 16. Lebensjahr Theater, war in den 70er Jahren Mitglied der legendären Theatergruppe “Die Sägen” (auf die letztlich die heutigen Bullemänner zurückgehen) und organisierte später Theaterfestivals in Hannover. Als Filmschauspieler gelangt er aufgrund einer Hauptrolle in Adolf Winkelmanns Film “Die Abfahrer” zu beginnendem Ruhm, steigt aber wieder aus. Noch später schließen sich regelmäßige Arbeitsaufenthalte u.a. in Japan und den USA an. Zum Theater im Pumpenhaus stößt Schnieder 1984. “Ich habe dort den Keller gemalert”, erinnert er sich an seine erste Tätigkeit noch während des Umbaus zur Spielstätte. Er bleibt da hängen, mutiert zum spiritus rector der Theaterinitiative und ist seit 1999 Leiter des renommierten Hauses an der Gartenstraße. 
Schnieder profiliert die Spielstätte in einem festen Bezugsrahmen. “Mir geht es beim Theater immer um Kunst” und “Wir haben immer nur das gemacht, was bezahlt werden konnte” umreißt es hinlänglich genau. Wer mit Schnieder zu tun hat, spürt schnell: Hier spricht ein theaterbessener Realist, der das Machbare kultiviert. Oberbürgermeister Markus Lewe attestiert ihm anerkennend Querköpfigkeit, Bissigkeit und Engagement, die oft erst Unmögliches möglich gemacht haben. Er ist mehr Impressario als Geschäftsführer. 
Allerdings verfügt das TiP über kein eigenes Ensemble, ist es “nur” Spielstätte um Ludger Schnieder, den Technischen Leiter Volker Sippel und freie Mitarbeiter und Praktikanten herum. Aber eine mit Grenzen überschreitendem Ruf. Manche internationale Karriere begann hier vor bis zu 170 Sitzplätzen wie die von Sascha Walz und von Samir Akika, die des belgischen Ensembles Victoria, des Griechen Theodoros Terzopoulos oder des japanischen Kollektivs Dump Type; die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Mit dem Pumpenhaus verbunden ist die Kristallisation der heutigen freien Szene Münsters und die Vernetzung mit weiteren Häusern wie dem Hamburger Kampnagel, dem Pact Zollverein in Essen. 
Über 200 Aufführungen gibt es jährlich im TiP zu sehen. Nationale und internationale Premieren, Gastspiele und Koproduktionen und vielfach preisgekrönt. Heute gehört das TiP zu den besten Adressen für junge und experimentelle Kunst. Genreübergreifend und jenseits des Mainstreams, spielfreudig, anregend und auch riskant, so soll freies Theater sein. Heute ist das Pumpenhaus eines von drei freien Theatern in NRW, denen die Spitzenförderung des Landes zuteil wird. Es ist ein Haus mit bemerkenswert jungen Altersschnitt der Besucher, der bei den durchschnittlich 15.000 Besuchern im Jahr bei rekordverdächtigen 30 Jahren liegt. Das im klassischen Sprechtheater geronnene und sich seiner selbst zu oft zu sichere Bildungsbürgerliche schwappt im TiP folglich nur verdünnt. Schnieders Truppe kann gar nicht genug experimentieren, andere Intendanten kommen ins Träumen. 
Gleichwohl wünscht sich die Pumpenhausmannschaft eine Erhöhung des städtischen Etats. „Um freie Techniker angemessen zu bezahlen“, weist auf ein generelles Problem der Sparte hin: Feste Arbeitszeiten sind selten dienlich, freie Mitarbeiter das Übliche, ohne den Blick zur Stechuhr, hart an der Selbstausbeutung und doch mit dem verständlichen Anspruch einer auskömmlichen Bezahlung. Mit knurrendem Magen spielt sich schlecht Theater. _Wie auch immer, sind nun erfolgreiche 25 Jahre angemessen zu begehen. Freuen dürfen sich deshalb die theaterbegeisterten und -verwöhnten Münsteraner auf STATEMENTS, das größte Theaterfestival aller Zeiten in der Stadt. Von April bis Juni gibt es an 58 Tagen 50 Produktionen in 70 Aufführungen zu sehen. 
“Es ist eine Leistungsschau, was Theater kann”, bewertet Schnieder diese Wochen ambitioniert und “die Gästeliste reicht von Abidjan über Berlin und New York bis nach Seoul und Tokio. Das Festival im Pumpenhaus ist auch ein Fest mit Freunden.” Ludger Schnieder nennt das Programm ein Brennglas des 25-jährigen Erfolges. Die einzelnen Stücke sind persönliche Sichtweisen auf eine globalisierte Welt, sie sollen inspirieren und neue Akzente setzen und natürlich über Grenzen gehen. Was aber gibt es im Einzelnen zu sehen? _Los geht es jedenfalls am frühen Morgen des 17. April mit dem Birdwatcher Breakfast mitten in den Rieselfeldern. Enden tut es am 13. Juni mit einem Rundgang zum Leben des Kunsthistorikers Max Geisberg (1875-1943). Dazwischen Schauspiel, Performances, Konzerte, Tanz, Lesungen, Hip Hop. Am 30. April steigt das Konzert der ungarischen Avantgardeband Pop Ivan im Pumpenhaus. Am 2. Mai gibt es eine Hommage an Paul Wulf, dessen in Beton gegossene Biografie bis heute für gesunde Aufregung in Münsters Kulturpolitik sorgt. Am 11. Mai starten mehrere Aufführungen von “Look At Me” des Jugendtheaters CACTUS, am 21. Mai konzertieren Samir Akika und die Hip Hop- Academy Hamburg. Nicht zu vergessen die Wiederaufführung des Titanick-Klassikers Titanic am 5. Juni am Aasee, dieses nach 20 Jahren. Es ist ein wahrer Rosenkranz aus ästhetischen Bekenntnissen, oftmals zugleich Uraufführung, Europa oder Deutschlandpremiere. Unmöglich, hier zu sehr ins Detail zu gehen. 
Wer Näheres wissen möchte, dem bleibt nur der Griff zum voluminösen Programmheft. Oder der Blick ins Internet – es lohnt sich garantiert. 
Das dezentrale Verständnis des Pumpenhaus- Teams prägt auch die Spielorte von STATEMENTS. Neben Aufführungen an der Gartenstraße sind die Rieselfelder Schauplatz und der Große Sitzungssaal des Landgerichts, die Ausstellungshalle für Zeitgenössische Kunst im Hafen, Jörgs CD-Forum am Alten Steinweg, das Landesmuseum, ein Tourneebus und selbst die Wohnzimmer mehr oder minder prominenter Münsteraner. Nur die nahe Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße gab nach den jüngsten sicherheitstechnischen Kalamitäten einen Korb. 
Mit dem Ludger Schnieder gut leben kann: “Also gönnen Sie sich das Risiko: Gehen Sie ins Theater”, denn gutes Theater sei wie eine ungeahnte Geschmacksexplosion: Sterneküche vs. Junk Food Empire. 
Stimmt ebenso wie: “STATEMENTS ist Ihr Fest. Unser Fest. Wir laden herzlich!” Danke! d
 

26.04.2010 – Helmut Jasny in der Münsterschen Zeitung: Geschichte von unten

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26.04.2010 – Helmut Jasny in der Münsterschen Zeitung
Geschichte von unten

Theater: Amüsantes Wiedertäufer-Stück “1534” im Pumpenhaus

 Die Bühne im Pumpenhaus ist herrlich überfrachtet: mehrere Glashäuser, ein Waschzuber, in dem Weintrauben ausgequetscht werden, eine Konstruktion, die wie ein mannshoher Hühnerstall aussieht, und ein aus Fahrradfelgen zusammengedengeltes Foltergerät.
Auch einen blonden Recken gibt es, der sich mit nacktem Oberkörper in all dem Chaos zu schaffen macht, während ein anderer auf einem aufblasbaren Sofa lümmelt und ein dritter Wäsche aufhängt, denn “Die Zeit ist nahe”, wie eine Inschrift auf der hinteren Bühnenwand verkündet, und da will keiner mit verdreckten Klamotten auftauchen. So also, denkt man, sah es damals in Jan van Leidens WG aus.
 

Unbekümmert

Mit “1534” nimmt sich die Berliner Theatergruppe Schowcase Beat Le Mot beim Statements-Festival des Pumpenhauses der Herrschaft der Wiedertäufer in Münster an. Das Stück ist Herbert Achternbusch gewidmet, und das sagt schon einiges über die Ernsthaftigkeit aus, mit dem sich das Ensemble dem historischen Thema nähert. Es ist Geschichte von unten, die hier auf  fröhlich-unbekümmerte Weise dargeboten wird — von vier Mitläufern und Nichtsnutzen, denen es erklärtermaßen nicht um irgendwelche Glücksversprechen geht, sondern die nur gekommen sind, um sich mal so richtig zu amüsieren.
Wenn sie nicht gerade mittelalterliche Freiheitslieder grölen oder zur Drehleier ungelenke Discotänze aufführen, erzählen die Darsteller im Sprachduktus der Bibel von ihrer großen Idee einer klassenlosen Gesellschaft, bei der alles geteilt wird und keiner des anderen Herr sein soll. Das klingt gut, geföllt aber der Kirche nicht, die sich als Tonbandstimme aus dem Off einmischt und die illustre Gesellschaft zu exkommunizieren droht.
Zwischendurch schlurft man über die Bühne oder hantiert mit irgendwelchem Gerät, mehr oder weniger ziellos, denn selbst im Neuen Jerusalem ist nicht ständig Action angesagt. Zum Glück kommt nach solchen Längen aber immer wieder etwas. Zum Beispiel die wunderbar komische Szene, in der die Wiedertäufer zwecks Fortpflanzung beim benachbarten Nonnenkloster vorsprechen und nach längerem theologischen Disput tatsächlich Erfolg haben. Dummerweise folgen auch andere Klöster dem Beispiel, sodass bald bedenklicher Frauenüberschuss herrscht, was wiederum die Vielweiberei erklärt. Alles in allem eine amüsante Inszenierung, die sich manchmal in Alberheiten flüchtet, aber auch einige Höhepunkte zu bieten hat.
 

24.04.2010 – Helmut Jasny / Münsterschen Zeitung: Die Beute ist der Jäger

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24.04.2010 – Helmut Jasny / Münsterschen Zeitung
Die Beute ist der Jäger

Tanz: Lisbeth Gruwez´Choreografie “Birth of Prey”

Nebelschwaden empfangen den Zuschauer, wenn er das Pumpenhaus betritt. Links auf der Bühne kann er Dave Schroyen hinter einem riesigen Schlagzeug ausmachen, rechts hat sich Maarten Van Cauwenbergerghe mit seiner E-Gitarre postiert.
In der Mitte schält sich allmählich ein zuckendes, hautfarbenes Etwas aus dem nebeligen Grau. Es ist der Rücken von Lisbeth Gruwez, der einzige Körperteil, den die ansonsten ganz in Schwarz gekleidete Tänzerin dem Publikum darbietet, schutzlos. Dann setzt das Schlagzeug ein, es ist mehr eine Detonation als ein Ton, und die Gitarre hält sich mit Übersteuerungen auch nicht zurück. 
“Birth of Prey” nennt die belgische Gruppe Voetvolk ihr faszinierendes und zuweilen unheimlich anmutendes Tanzstück, das beim “Statements”-Festival Deutschlandpremiere feierte. Und es nicht nur das Beutetier, das hier geboren wird, sondern zugleich auch der Jäger, wenn die gerade noch vor der Gewalt der Musik flüchtende Tänzerin plötzlich die Gangart wechselt und sich in einen fauchenden Tiger oder eine lauernde Spinne verwandelt.
Freilich wird hier nicht einfach Brehms Tierleben verhandelt. Dazu sind die Anspielungen zu subtil und das Verhältnis von Jäger und Beute zu komplex. Instinkt reicht da als Erklärungsmuster nicht mehr aus. Vielmehr handelt es sich um ein Wechselspiel aus Begierde und Berechnung, wie man es eher im Zusammenleben von Menschen findet. Musik und Tanz setzen eine gewaltige, archaisch wirkende Kraft frei, die gleichzeitig durch große Exaktheit besticht.
Mitunter erinnert “Birth of Prey” an ein Voodoo-Ritual, das sich in der Mitte des Stücks in einer wüsten Punk-Nummer entlädt, bei der die Tänzerin den Part der Sängerin übernimmt. Kurz vor Schluss aber, wie um zu beweisen, dass sie auch anders kann, tanzt sie noch einmal richtig schön. Doch auch diese zeitweilige Harmonie im Dschungel der Gefühle erweist sich als Täuschung, wenn Gruwez erneut zum Mikrofon greift und das von Marilyn Monroe einst so hingebungsvoll gepiepste “I Wanna Be Loved By You” mit heftigen Bewegungen förmlich exekutiert.

 

23.04.2010 – Isabell Steinböck / Westfälischen Nachrichten Täter – Opfer – Tänzerin

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23.04.2010 – Isabell Steinböck / Westfälischen Nachrichten
Täter – Opfer – Tänzerin

Lisbeth Gruwez feierte Deutschlandpremiere im Pumpenhaus mit Geburt einer Beute

Münster – Schlagstöcke trommeln wie Peitschenhiebe, die E-Gitarre dröhnt. Im Zentrum des verrauchten Bühnenraums zeichnet sich ein nackter Rücken ab; von ganz hinten schlängelt er sich vorwärts, zieht Wellen. Nacktes, muskulöses Fleisch atmet, Schulterknochen wachsen – selten sieht man einen Körper derart in Einzelteile zerlegt.

„Birth of Prey“ (Geburt einer Beute) ist der Titel von Lisbeth Gruwez´s Performance, die im Rahmen von „Statements“ im Pumpenhaus zur Deutschen Erstaufführung kam. Ihre Company „Voetvolk“ aus Antwerpen besteht erst seit 2006. Zuvor war die Tänzerin und Choreografin herausragende Darstellerin bei Multitalent Jan Fabre und arbeitete gemeinsam mit renommierten Choreografen, wie Wim Vandekeybus oder Jan Lauwers von der „Needcompany“.

Performance über alle Genregrenzen hinweg, Tanz, der bis an die Schmerzgrenze geht. Lisbeth Gruwez hat sich diesen künstlerisch-radikalen Ansatz erhalten, zwingt sich selbst in die Knie. Das Gesicht zu Boden, sieht man auf weiten Strecken nur Haare und Torso. Arme und Beine im schwarzen Anzug werden von der düsteren Bühne geradezu verschluckt. Später verwandelt sich die Performerin vom schwer atmenden, zitternden Geschöpf zur Raubkatze. Mit phantastisch-weichen Bewegungen, tänzelnd wie ein Tiger, durchmisst Lisbeth Gruwez die Bühne, bevor sie schließlich zur aggressiven Musik Maarten Van Cauwenberghes der Spezies Mensch näher kommt.

Animalisch und triebgesteuert schreit sie ihr Begehren heraus: „I wanna be fucked by you“ – und endet blutend am Strick. Dabei wäre sie wohl viel lieber eine Marilyn Monroe, kokett und süß. Wenn sie am Ende mühsam „I wanna be loved by you“ zitiert, halbtot und am Ende der Kräfte, ist sie das Elend in Person.

Lisbeth Gruwez´s Solo ist harte Kost, der man sich kaum entziehen kann. So quälend schmerzhaft sich die Tänzerin inszeniert, so faszinierend sind ihre Wandlungsfähigkeit, die perfekte Körperbeherrschung und Bühnenpräsenz. In ihrer kraftvoll-morbiden Selbstinszenierung konfrontiert sie das Publikum radikal mit allzu menschlichen Ängsten, Triebhaftigkeit, Sehnsucht. Dabei gelingt ihr letztlich das Kunststück, Opfer wie Täter gleichermaßen zu verkörpern – Tanzperformance, die man nicht so leicht vergisst.