Theater Operation (T. Mogul, MS)
Der Puls rast, der Blutdruck steigt. Vier Darsteller am EKG, per Tele überwacht das Publikum die Körperwerte. Dieses Mal operieren die Halbgötter in Weiß an ihrer eigenen Demontage und sezieren, wer unter dem sterilen weißen Arztkittel steckt.
Regisseur dieser Theater-OP ist Tugsal Mogul. In Hannover studierte er parallel Theater und Medizin. Heute ist er als Schauspieler zuhause im Film und auf der Bühne, zugleich ist er Notarzt und als Anästhesist in der Raphaelsklinik Münster im Einsatz.
Mogul lässt Krankenhaus-Welten aufeinander prallen. Sein »Operating Theatre« gewährt Einblicke in das Innenleben des Klinikpersonals. Glücksmomente und Schicksalsschläge sind hier ebenso Routine wie der tägliche Stress. Die vier Akteure sind als Theaterschauspieler ebenso bekannt wie aus Film und Fernsehen – unter ihnen Bettina Lamprecht (Comedy mit Anke Engelke und Bastian Pastewka).
REGIE/IDEE Tugsal Mogul
ES SPIELEN Carmen Dalfogo, Bettina Lamprecht, Stefan Otteni und Dietmar Pröll
BÜHNENBILD/KOSTÜME Ariane Salzbrunn
MUSIK Stephan Kutsch
TECHNIK Moritz Hesse
PRODUKTIONSLEITUNG Ursula Heeke
REGIEASSISTENZ Alina Rupprecht
PRESSE Christa Farwick
IN KOPRODUKTION mit dem Theater im Pumpenhaus
GEFÖRDERT VOM Kulturamt der Stadt Münster und PHILIPS



Die Hochzeit wird im ersten Stock des Hauses gefeiert. Die Brautmutter verführt ihren Schwiegersohn, die Braut sucht sich bereits die zukünftigen Hausfreunde aus und der 80jährige Herr Bock jagt jeder Frau hinterher. Das frisch vermählte Paar und die illustren Gäste leben ihre Begierden und Triebe aus. Das »Pandämonium blinder Triebhaftigkeit « (Adorno) zeigt eine Gesellschaft am Abgrund. Die Hochzeitsgesellschaft tanzt auf dem Vulkan und mit ihr eine verlogene, bürgerliche Scheinwelt, die nur noch durch Besitzgier und Geilheit zusammengehalten wird. Von Canetti visionär vor der Machtergreifung der Nazis geschrieben, löste das Stück bei der Uraufführung 1965 einen Theaterskandal und eine Strafanzeige wegen »Erregung geschlechtlichen Ärgernisses« aus.
