Schauspiel
fringe ensemble/phoenix 5 (Bonn/Münster)

Ein Stück über das Glück in der BRD
So also wird großes Theater gemacht: Frank Heuels einzigartiger Regiestil, gepaart mit Harald Redmers Sinn für Überraschung und Spannung in der Dramaturgie. Und dazu die Leichtigkeit und Spielfreude des wunderbaren Ensembles.
Mit »Grenzgänger« ist fringe ensemble / phoenix 5 ein Stück gelungen, das mit ebensoviel Humor wie Tiefsinn Menschen zeigt, die ihr Glück in Deutschland machen woll(t)en. Die Inszenierung basiert auf Interviews, sehr persönlichen Geschichten vom Fremdsein in Deutschland, kleinen Ausschnitten aus Biografien.
»Lässig an den Hackblock gelehnt plaudert der in Deutschland geborene Jugoslawe (Stefan Kraft) über seine verbockte Chance auf Einbürgerung. Die psychischen Verletzungen des Heimatlosen brüllt David Fischer als unruhig zwischen unbequemer Klause und Publikum hin und her hetzender Irrwisch heraus. Leise rieselt Bettina Marrug als türkischer Reisefachfrau der Tränen trocknende Wüstensand ins Gesicht, und die Übersetzerin aus Togo holt in gleich fünffacher Personalunion den afrikanischen Regenzauber (Stefan Kraft als tretradelnder Medizinmann mit strohiger Rasta-Mähne) ganz dicht an die Zuschauerrampe.
Lustvoll treibt Heuel solche Klischees auf ihre ebenso komische wie abstoßende Spitze. Das macht seine >Grenzgänger< zu Überfliegern.« (Westfälische Nachrichten)
REGIE Frank Heuel
DRAMATURGIE Harald Redmer
BÜHNE UND KOSTÜME Lisa Witzmann
GEFÖRDERT DURCH die Stadt Münster, Kunststiftung NRW, Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Lan- des NRW, Stadt Bonn
EINE KOPRODUKTION VON fringe ensemble und phoenix5
IN ZUSAMMENARBEIT MIT dem Theater im Pumpen- haus Münster, dem Theater im Ballsaal Bonn und der Schaubühne Lindenfels Leipzig



Direkt vom Wiener Burgtheater auf die Pumpenhaus-Bühne. Wenn das keine Entwicklung ist! Die Rede ist von Frans Poelstra, dem nimmermüden Improvisations-, Tanz- und Performancetausendsassa und seinem kleinen Meisterwerk Frans Poelstra, his dramaturg and Bach. »Das zweifelnde Gesamtkunstwerk Poelstra«, vom Wiener Szene Magazin Falter als »radikaler Minimalist – mit extrem trockenem Humor« zu mehr als 100 % richtig identifiziert, tummelt sich an diesem Abend pudelnackt zu den Goldberg-Variationen von Bach auf der Bühne, derweil sein Dramaturg, der Herr Steijn, Hintergrundinformationen darüber liefert, was es zu sehen gibt und warum der Polizist Poelstra doch lieber Tänzer werden wollte und jetzt das tanzt, was er tanzt . . . »Poelstra und Steijn machen naive Kunst und nehmen sie dabei gleichzeitig auf die Schippe, um dann wider besseren Wissens doch damit durchzukommen. So wird mancher Zuschauer regelmäßig auf die falsche Fährte geführt, um am Ende mit einem Freudensprung aus dem Theater zu kommen.« (De Morgen, Brüssel, 17. 1.’05)
