Schauspiel Premiere
fundbuerau org. (MS)

Lolli Leichtfuß lebt irgendwo in einer modernen Metropole, irgendwann. “Catwalk” ist ihre Geschichte. Es ist eine Liebesgeschichte, denn man muss die chaotische Lolli Leichtfuß einfach lieben, allen voran der junge Schriftsteller, der vom bequemen Türöffner zu Lollis engstem Freund wird.
Das Stück zeichnet das berührende Portrait einer jungen Frau, die auf einem schmalen Grad durch ihr Leben pirscht. Auf der Suche nach einem Ort, wo sie hingehört. Autor und Regisseur Jan-Christoph Hassel lässt ein Bild entstehen, das zugleich bunt und schräg, zart, präzise und liebevoll ist. Die beiden Schauspieler, die schon in Kein Ort. Nirgends für Begeisterung sorgten, spielen diese Liebesgeschichte. Karola Niederhuber, die in schrillem Retrolook die komplexen Widersprüchlichkeiten von Lolli auslotet, und Gian-Philip Andreas, der nicht nur als Schriftsteller um Lollis Welt kreist.
TEXT UND REGIE Jan-Christoph Hassel
PRODUKTIONSLEITUNG Jochen Fengler
BÜHNENBILD Kaspar Wimberley
KOSTÜME Claudia Held
GRAFIK David Kluge

Sie waren bei uns mit Moeder & Kind, Bernadetje, Shirtologie und zuletzt mit üBUNG. Allesamt Produktionen, die die Theaterästhetik der letzen 15 Jahre maßgeblich beeinflussten und die Kultstatus erreichten. Jetzt kommt Victoria zurück ins Pumpenhaus mit seinem neuen Wurf White Star. Er ist inspiriert vom Leben des Deutschen Lothar Berfelde (1928-2002), besser bekannt als Charlotte von Mahlsdorf, der sich als Jugendlicher entschloss sein Leben als Frau fortzuführen. White Star ist ein zartes Chaos, ein Wechselspiel der Identitäten, ein Zirkus sentimentaler und realer Unver-schämtheiten und der immerwährende Kampf Subjekt der eigenen Biographie zu werden. Ausagiert von zehn Exzentrikern auf dem Deck eines Vergnügungsdampfers.
Das Glashaus. Ein Wort. Fast poetisch. Zugleich eine Metapher. Für das Wachsen und Werden. Und für die Vergänglichkeit. Bevor das »Letzte Glashaus« im Mauritzviertel dem Abriss zum Opfer fällt, ist es Schauplatz eines ungewöhnlichen Projektes mit 24 Jugendlichen. Kaspar Wimberley von der Treacle Theatre Company und Marina Sahnwaldt lieben die Spurensuche außerhalb des gewohnten Theaterraums und starten statt einer Abriss-Party ein Theater-Experiment. Das Publikum erlebt den morbiden Charme von Verfall, aber auch die Leichtigkeit und Transparenz der Architektur und die Symbolkraft eines Glashauses, bespielt von zwei Dutzend Kids aus Münster.
