SIGNATUREN // Jan Decorte – Much Dance

Jan_1
Jan_4
Jan_2
Jan_3
Deutsche Erstaufführung / Theater/Tanz // Fr 21. + Sa 22.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Jan Decorte

Brüssel
Much Dance

In seiner Heimat genießt der Mann seit Jahrzehnten einen soliden Ruf als Theaterverwüster. Enfant Terrible. Genialer Narr. Fakt ist: der Belgier Jan Decorte zählt zu den Großen der flämischen Welle, die in den 80ern über die Theaterlandschaft kam. Und keinen Klassiker verstaubt zurückließ. Decorte hat damals Werke von Shakespeare oder Aischylos radikal entschlackt. Dass der Regisseur international nicht so bekannt wurde wie seine Mitwellenreiter Jan Fabre oder Jan Lauwers, liegt an gewissen schicksalhaften Wechselfällen seiner Biografie. Am fehlenden eisernen Vorhang, der die Aufführung seiner „Hamletmaschine“ 1981 in Avignon verhinderte. Am psychischen Zusammenbruch, der später seine Nachdichtung der Orestie auf Eis legte. Schillernde Persönlichkeit ist Decorte (zwischendrin auch mal TV-Moderator und Parlamentsabgeordneter) dabei immer geblieben. Streitbarer Künstler sowieso. Entsprechend gespannt erwarten wir seine jüngste Produktion Much Dance! Das zweite Tanzstück seiner Karriere. Klar, Decorte hat schon mit Größen wie Anne Teresa De Keersmaeker zusammengearbeitet. Aber erst mit Tanzung (2010) ganz vom Text gelassen. Much Dance (wieder mit seiner langjährigen Muse und Ehefrau Sigrid Vinks) erzählt die außergewöhnliche Liebesgeschichte zweier Paare verschiedener Generationen. Was Decorte schon mal klarstellt: es wird keine trainierten Körper geben. Keine virtuose Tanzgrammatik. Stattdessen: Musik. Bilder. Anarchie der Bewegung. Und die stockende Schönheit des Scheiterns.

Nach der Aufführung am Fr, 21.11.:
Johan Reyniers im Gespräch mit Jan Decorte
Der belgische Multitheaterexperte Johan Reyniers begann seine Karriere als Dramaturg und Direktor der Institution für zeitgenössischen Tanz Klapstuk in Leuven. 1998 wurde er künstlerischer Leiter des legendären Kaaitheaters. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Haus zum Hotspot des zeitgenössischen Theaters. Künstler, die daraus hervorgingen sind u.a. Boris Charmatz, Jérôme Bel, Emio Greco und Raimund Hoghe. Seit 2008 ist Johan Reyniers Chefredak-teur von Etcetera, der Zeitschrift für aktuelle darstellende Künste.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Mit
Jan Decorte, Benny Claessens, Risto Kübar, Sigrid Vinks
Regie/Text
Jan Decorte
Text/Licht
Jan Decorte, Luc Schaltin
Bühne
Jan Decorte, Johan Daenen
Kostüme
Jan Decorte, Sigrid Vinks, Sofie D’Hoore
Produktion
Jan Decorte/ Bloet
Koproduktion
Theater Pumpenhaus Münster, Münchner Kammerspiele, Kaaitheater Brüssel
Foto
Peter D’Huys

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Jan Decorte – Much Dance

Jan_1
Jan_4
Jan_2
Jan_3
Deutsche Erstaufführung / Theater/Tanz // Fr 21. + Sa 22.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Jan Decorte

Brüssel
Much Dance

In seiner Heimat genießt der Mann seit Jahrzehnten einen soliden Ruf als Theaterverwüster. Enfant Terrible. Genialer Narr. Fakt ist: der Belgier Jan Decorte zählt zu den Großen der flämischen Welle, die in den 80ern über die Theaterlandschaft kam. Und keinen Klassiker verstaubt zurückließ. Decorte hat damals Werke von Shakespeare oder Aischylos radikal entschlackt. Dass der Regisseur international nicht so bekannt wurde wie seine Mitwellenreiter Jan Fabre oder Jan Lauwers, liegt an gewissen schicksalhaften Wechselfällen seiner Biografie. Am fehlenden eisernen Vorhang, der die Aufführung seiner „Hamletmaschine“ 1981 in Avignon verhinderte. Am psychischen Zusammenbruch, der später seine Nachdichtung der Orestie auf Eis legte. Schillernde Persönlichkeit ist Decorte (zwischendrin auch mal TV-Moderator und Parlamentsabgeordneter) dabei immer geblieben. Streitbarer Künstler sowieso. Entsprechend gespannt erwarten wir seine jüngste Produktion Much Dance! Das zweite Tanzstück seiner Karriere. Klar, Decorte hat schon mit Größen wie Anne Teresa De Keersmaeker zusammengearbeitet. Aber erst mit Tanzung (2010) ganz vom Text gelassen. Much Dance (wieder mit seiner langjährigen Muse und Ehefrau Sigrid Vinks) erzählt die außergewöhnliche Liebesgeschichte zweier Paare verschiedener Generationen. Was Decorte schon mal klarstellt: es wird keine trainierten Körper geben. Keine virtuose Tanzgrammatik. Stattdessen: Musik. Bilder. Anarchie der Bewegung. Und die stockende Schönheit des Scheiterns.

Nach der Aufführung am Fr, 21.11.:
Johan Reyniers im Gespräch mit Jan Decorte
Der belgische Multitheaterexperte Johan Reyniers begann seine Karriere als Dramaturg und Direktor der Institution für zeitgenössischen Tanz Klapstuk in Leuven. 1998 wurde er künstlerischer Leiter des legendären Kaaitheaters. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Haus zum Hotspot des zeitgenössischen Theaters. Künstler, die daraus hervorgingen sind u.a. Boris Charmatz, Jérôme Bel, Emio Greco und Raimund Hoghe. Seit 2008 ist Johan Reyniers Chefredak-teur von Etcetera, der Zeitschrift für aktuelle darstellende Künste.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Mit
Jan Decorte, Benny Claessens, Risto Kübar, Sigrid Vinks
Regie/Text
Jan Decorte
Text/Licht
Jan Decorte, Luc Schaltin
Bühne
Jan Decorte, Johan Daenen
Kostüme
Jan Decorte, Sigrid Vinks, Sofie D’Hoore
Produktion
Jan Decorte/ Bloet
Koproduktion
Theater Pumpenhaus Münster, Münchner Kammerspiele, Kaaitheater Brüssel
Foto
Peter D’Huys

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Attis Theatre – Iocasta

Attis_1

Deutsche Erstaufführung / Theater // Sa 15. + So 16.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Attis Theatre

Athen
Iocasta

Die griechische Tragödie? Im Theater oft eine Spielwiese für Einfallspinsel. Prometheus an der Tankstelle. Welche Wucht tatsächlich in den alten Geschichten steckt, beweist ein Künstler, der sein Ohr noch ganz nah an den Mythen hat. Theodoros Terzopoulos, Gründer des Attis Theatre aus Athen. Vom Pumpenhaus schon 1994 entdeckt. Längst in der ganzen Welt auf Tour. Was Peter Brooke für Shakespeare war, ist dieser Mann für Sophokles, Euripides und Aischylos. Ein Wiederentdecker. Erneuerer. Seelenzwilling. „Ich arbeite mit dem Körper, nicht mit Ideen“, sagt Terzopoulos nur. Tatsächlich lässt er die Körper so sprechen, dass die Worte wie Wogen über einen kommen. Seine Methode ist Rhythmus, Ritual, Reduzierung. Egal, ob er die Griechen inszeniert. Künstler wie Brecht, Beckett, Müller. Oder Zeitgenossen. Mit Iocasta von Jannis Kontraphouris bringt Terzopoulos einen Text auf die Bühne, der in mehrfacher Hinsicht existenziell wird. Der Autor hat ihn in der Klinik geschrieben. Schwer krank, den Tod schon vor Augen. Sein Wunsch: das Attis Theatre möge ihn inszenieren. Das Stück ist eine Überschreibung von Sophokles’ Tragödie „König Ödipus“. Verdichtet auf die Rolle der Mutter, Iocasta. Jene Unglückselige, die sich das Leben nimmt. Die wird von Sophia Hill gespielt. Prägende Darstellerin der Gruppe schon in Werken wie „Der rasende Herakles“ oder „Ajax“. Mit Terzopoulos als Erzähler an der Seite performt sie einen berauschenden Countdown des Untergangs. Ein Theater der dunklen Poesie. Pure Kraft.

A performance of creative de-construction, that only the elaborated working method of Theodoros Terzopoulos can offer. The gifted Sophia Hill transits dangerous interpretative paths. Like an ancient sculpture, she talks the primitive words of defeat and loss. Ioanna Blatsou, PontikiArt, Athen

What remains unnegotiable in this performance is the acting skills of Sophia Hill and the ritual atmosphere of the performance. […] This performance reminds us that the theatre of Theodoros Terzopoulos is always a theatre of dark poetry. Iliana Dimadi, Athinorama, Athen

Nach der Aufführung am Sa, 15.11.:
Frank M. Raddatz im Gespräch mit Theodoros Terzopoulos
Frank M. Raddatz promovierte über Heiner Müller und veröffentlichte zwei Gesprächsbände mit dem Dramatiker. Als Dramaturg arbeitete Raddatz u.a. zusammen mit Dimiter Gotscheff, Einar Schleef, Tadashi Suzuki, Theodorus Terzopoulos und Jannis Kounellis. Er entwickelte und leitete verschiedene internationale Projekte u.a. mit Rimini Protokoll und erhielt Lehraufträge an diversen deutschen und ausländischen Universitäten. Von 2007 bis 2014 war er Mitglied der Redaktionsleitung von Theater der Zeit bevor er im Mai 2014 zur europäischen Kulturzeitschrift Lettre International wechselte.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Mit
Sophia Hill, Theodoros Terzopoulos
Regie
Theodoros Terzopoulos
Licht
Theodoros Terzopoulos, Kostas Bethanis
Produktionsleitung
Maria Vogiatzi
Fotos
Johanna Weber

www.attistheatre.com

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Attis Theatre – Iocasta

Attis_1

Deutsche Erstaufführung / Theater // Sa 15. + So 16.11.2014, 20.00 Uhr

Attis Theatre

Athen
Iocasta

Die griechische Tragödie? Im Theater oft eine Spielwiese für Einfallspinsel. Prometheus an der Tankstelle. Welche Wucht tatsächlich in den alten Geschichten steckt, beweist ein Künstler, der sein Ohr noch ganz nah an den Mythen hat. Theodoros Terzopoulos, Gründer des Attis Theatre aus Athen. Vom Pumpenhaus schon 1994 entdeckt. Längst in der ganzen Welt auf Tour. Was Peter Brooke für Shakespeare war, ist dieser Mann für Sophokles, Euripides und Aischylos. Ein Wiederentdecker. Erneuerer. Seelenzwilling. „Ich arbeite mit dem Körper, nicht mit Ideen“, sagt Terzopoulos nur. Tatsächlich lässt er die Körper so sprechen, dass die Worte wie Wogen über einen kommen. Seine Methode ist Rhythmus, Ritual, Reduzierung. Egal, ob er die Griechen inszeniert. Künstler wie Brecht, Beckett, Müller. Oder Zeitgenossen. Mit Iocasta von Jannis Kontraphouris bringt Terzopoulos einen Text auf die Bühne, der in mehrfacher Hinsicht existenziell wird. Der Autor hat ihn in der Klinik geschrieben. Schwer krank, den Tod schon vor Augen. Sein Wunsch: das Attis Theatre möge ihn inszenieren. Das Stück ist eine Überschreibung von Sophokles’ Tragödie „König Ödipus“. Verdichtet auf die Rolle der Mutter, Iocasta. Jene Unglückselige, die sich das Leben nimmt. Die wird von Sophia Hill gespielt. Prägende Darstellerin der Gruppe schon in Werken wie „Der rasende Herakles“ oder „Ajax“. Mit Terzopoulos als Erzähler an der Seite performt sie einen berauschenden Countdown des Untergangs. Ein Theater der dunklen Poesie. Pure Kraft.

A performance of creative de-construction, that only the elaborated working method of Theodoros Terzopoulos can offer. The gifted Sophia Hill transits dangerous interpretative paths. Like an ancient sculpture, she talks the primitive words of defeat and loss. Ioanna Blatsou, PontikiArt, Athen

What remains unnegotiable in this performance is the acting skills of Sophia Hill and the ritual atmosphere of the performance. […] This performance reminds us that the theatre of Theodoros Terzopoulos is always a theatre of dark poetry. Iliana Dimadi, Athinorama, Athen

Nach der Aufführung am Sa, 15.11.:
Frank M. Raddatz im Gespräch mit Theodoros Terzopoulos
Frank M. Raddatz promovierte über Heiner Müller und veröffentlichte zwei Gesprächsbände mit dem Dramatiker. Als Dramaturg arbeitete Raddatz u.a. zusammen mit Dimiter Gotscheff, Einar Schleef, Tadashi Suzuki, Theodorus Terzopoulos und Jannis Kounellis. Er entwickelte und leitete verschiedene internationale Projekte u.a. mit Rimini Protokoll und erhielt Lehraufträge an diversen deutschen und ausländischen Universitäten. Von 2007 bis 2014 war er Mitglied der Redaktionsleitung von Theater der Zeit bevor er im Mai 2014 zur europäischen Kulturzeitschrift Lettre International wechselte.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Mit
Sophia Hill, Theodoros Terzopoulos
Regie
Theodoros Terzopoulos
Licht
Theodoros Terzopoulos, Kostas Bethanis
Produktionsleitung
Maria Vogiatzi
Fotos
Johanna Weber

www.attistheatre.com

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Chaim Levano – Gesellschaft

Levano_1

Audioinstallation // Mi 12. + Do 13.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Chaim Levano

Amsterdam
Gesellschaft

Der Raum versinkt im Dunkeln. Eine Stimme hebt an. „Er sah das Licht der Welt an dem und dem Tag“. Zuschauer sind hier verloren. Gefragt sind Zuhörer. Bereit, sich in den Wortstrom fallen zu lassen. In Becketts spätem Prosatext Gesellschaft blickt ein Mensch auf sein Leben zurück. Sein Gedächtnis spricht zu ihm. Bringt Momente, Anekdoten, Aphorismen zurück: „Besser vergebliche Hoffnung als gar keine“. Der Niederländer Chaim Levano hat daraus ein Hörstück gemacht, das legendär geworden ist. Anfang der 90er fürs Beckett-Festival in Den Haag entstanden. Schon bald darauf im Pumpenhaus zu sehen. Bis heute eine der maßgeblichen Beckett-Adaptionen. Dabei genügen dem Theatermacher einfachste Mittel. Ein paar Podeste fürs Publikum. Eine Reihe im Raum verteilter Lautsprecher. Die eigene Stimme vom Band. Damit trifft der Regisseur Beckett ins Mark. In Gesellschaft geht es um die Entstehung von Welt durch Sprache. Der Niederländer macht daraus einen Theatervorgang. Mit nichts als Worten. Große Kunst! Levano, Jahrgang |38, ist ja der bedeutendste Protagonist des holländischen Avantgarde-Theaters. Über Jahrzehnte Pionier. Schon früh hat er Randfiguren der experimentellen Kunst für sich entdeckt. Italienische Futuristen. Russische Oberiu-Gruppe um Daniil Charms und Alexander Wwedenski. Gertrude Stein. Kurt Schwitters. Hat ihre Texte mit ganz eigener Musikalität belebt. Radikaler als mit Beckett aber lässt sich das Leben nicht befragen. „Du bist“, heißt es am Ende, „wie eh und je allein“. Licht an. Das Theater hat uns die Augen geöffnet.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Inszenierung
Chaim Levano, Fleur den Uyl
Stimme
Chaim Levano
Ton/Licht
Paul Bilars
Übersetzung
Elmar Tophoven
Koproduktion
Theater im Pumpenhaus Münster
Foto
De Wassen Neus / For Fake’s Sake

www.chaimlevano.nl

15,- / erm. 10,- €

SIGNATUREN // Chaim Levano – Gesellschaft

Levano_1

Audioinstallation, Neufassung // Mi 12. + Do 13.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Chaim Levano

Amsterdam
Gesellschaft

Der Raum versinkt im Dunkeln. Eine Stimme hebt an. „Er sah das Licht der Welt an dem und dem Tag“. Zuschauer sind hier verloren. Gefragt sind Zuhörer. Bereit, sich in den Wortstrom fallen zu lassen. In Becketts spätem Prosatext Gesellschaft blickt ein Mensch auf sein Leben zurück. Sein Gedächtnis spricht zu ihm. Bringt Momente, Anekdoten, Aphorismen zurück: „Besser vergebliche Hoffnung als gar keine“. Der Niederländer Chaim Levano hat daraus ein Hörstück gemacht, das legendär geworden ist. Anfang der 90er fürs Beckett-Festival in Den Haag entstanden. Schon bald darauf im Pumpenhaus zu sehen. Bis heute eine der maßgeblichen Beckett-Adaptionen. Dabei genügen dem Theatermacher einfachste Mittel. Ein paar Podeste fürs Publikum. Eine Reihe im Raum verteilter Lautsprecher. Die eigene Stimme vom Band. Damit trifft der Regisseur Beckett ins Mark. In Gesellschaft geht es um die Entstehung von Welt durch Sprache. Der Niederländer macht daraus einen Theatervorgang. Mit nichts als Worten. Große Kunst! Levano, Jahrgang |38, ist ja der bedeutendste Protagonist des holländischen Avantgarde-Theaters. Über Jahrzehnte Pionier. Schon früh hat er Randfiguren der experimentellen Kunst für sich entdeckt. Italienische Futuristen. Russische Oberiu-Gruppe um Daniil Charms und Alexander Wwedenski. Gertrude Stein. Kurt Schwitters. Hat ihre Texte mit ganz eigener Musikalität belebt. Radikaler als mit Beckett aber lässt sich das Leben nicht befragen. „Du bist“, heißt es am Ende, „wie eh und je allein“. Licht an. Das Theater hat uns die Augen geöffnet.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Inszenierung
Chaim Levano, Fleur den Uyl
Stimme
Chaim Levano
Ton/Licht
Paul Bilars
Übersetzung
Elmar Tophoven
Koproduktion
Theater im Pumpenhaus Münster
Foto
De Wassen Neus / For Fake’s Sake

www.chaimlevano.nl

15,- / erm. 10,- €

SIGNATUREN // Franko B – Because of Love

Franko_2
Franko_1
Deutsche Erstaufführung / Performance // Fr 7. + Sa 8.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Franko B

London
Because of Love

Der massige Mann in der weißen Feinrippunterwäsche schmiegt sich an eine Wärmflasche. Er gräbt Fuchsköpfe aus der Erde und hält sie im Arm geborgen. Er tanzt einen entrückten Tanz mit einem mechanischen Eisbären. Because of Love. Willkommen in der Welt des Franko B! Der in London lebende Italiener hat die Kunstszene seit den 90ern geprägt, überrascht und  aufgemischt wie kein Zweiter. Mit Performance, Video, Fotografie, Malerei, Installationen, Skulpturen. Und mit Blut. Franko B, großflächig tätowierter Berserker der Verletzlichkeit, hat immer wieder den eigenen Körper zum Mittelpunkt seiner Projekte gemacht. Ihn malträtiert bis zum Aderlass. Wie in seiner Bleeding-Performance I miss you!, die mit den Mechanismen der Modenschau spielte. Und rote Spuren auf dem weißen Laufsteg hinterließ. Nichts für schwache Nerven. Für den Schmerzensmann selbst die Konsequenz aus Joseph Beuys’ Credo: „Zeige deine Wunde, und du wirst geheilt!“ Vom Blut ist Franko B mittlerweile zwar abgekommen. Aber Because of Love ist kein bisschen weniger radikal, persönlich, unter die Haut gehend. Der Künstler befragt hier die eigene Erinnerung. Ihre falsche Sentimentalität. Ihren eigentümlichen Nachhall. Das reicht von einschneidenden Begegnungen mit den Werken von Mark Rothko, Raimund Hoghe oder Kazuo Ohno. Bis zur Geschichte der Hündin Laika, die 1957 von den Sowjets in All geschossen wurde. Entstanden ist eine fragile, vielschichtige und fesselnde Performance. Unberechenbar wie ein tanzender Eisbär.

Nach der Aufführung am Fr, 7. 11.:
Susanne Winnacker im Gespräch mit Franko B
Nach ihrer Promotion 1994 war Susanne Winnacker bis zum Jahr 2000 als Hochschulassistentin an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig. Danach war sie u.a. Leitungsmitglied bei DasArts Amsterdam. 2004 übernahm sie die Gesamtleitung des Theaterfestivals Welt in Basel und war später stellvertretende Intendantin, Chefdramaturgin und Kuratorin für Tanz am Deutschen Nationaltheater Weimar. Aktuell leitet Susanne Winnacker die Hochschule für Musik und Theater in Rostock.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Performance
Franko B
Gesang
Mitch Miller
Original Musik
Othon
Performance Support and Prop Operation
Nina Berclez, Samuel Kennedy
Requisite
MDM (London), Officinesantandrea (Verona)
Technische Produktion
Steve Wald
Developed in dialogue with
Gilles Jobin, Tim Etchells
Lichtdesign
Nigel Edwards
Animation
Thomas Qualmann
Produktionsassistenz
Shabnam Shabazi
Produktion
Franko B
Koproduktion
Theater im Pumpenhaus Münster
Förderer
ARTS Council England
Foto
Company Franko B

www.franko-b.com

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Franko B – Because of Love

Franko_2
Franko_1
Deutsche Erstaufführung / Performance // Fr 7. + Sa 8.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Franko B

London
Because of Love

Der massige Mann in der weißen Feinrippunterwäsche schmiegt sich an eine Wärmflasche. Er gräbt Fuchsköpfe aus der Erde und hält sie im Arm geborgen. Er tanzt einen entrückten Tanz mit einem mechanischen Eisbären. Because of Love. Willkommen in der Welt des Franko B! Der in London lebende Italiener hat die Kunstszene seit den 90ern geprägt, überrascht und  aufgemischt wie kein Zweiter. Mit Performance, Video, Fotografie, Malerei, Installationen, Skulpturen. Und mit Blut. Franko B, großflächig tätowierter Berserker der Verletzlichkeit, hat immer wieder den eigenen Körper zum Mittelpunkt seiner Projekte gemacht. Ihn malträtiert bis zum Aderlass. Wie in seiner Bleeding-Performance I miss you!, die mit den Mechanismen der Modenschau spielte. Und rote Spuren auf dem weißen Laufsteg hinterließ. Nichts für schwache Nerven. Für den Schmerzensmann selbst die Konsequenz aus Joseph Beuys’ Credo: „Zeige deine Wunde, und du wirst geheilt!“ Vom Blut ist Franko B mittlerweile zwar abgekommen. Aber Because of Love ist kein bisschen weniger radikal, persönlich, unter die Haut gehend. Der Künstler befragt hier die eigene Erinnerung. Ihre falsche Sentimentalität. Ihren eigentümlichen Nachhall. Das reicht von einschneidenden Begegnungen mit den Werken von Mark Rothko, Raimund Hoghe oder Kazuo Ohno. Bis zur Geschichte der Hündin Laika, die 1957 von den Sowjets in All geschossen wurde. Entstanden ist eine fragile, vielschichtige und fesselnde Performance. Unberechenbar wie ein tanzender Eisbär.

Nach der Aufführung am Fr, 7. 11.:
Susanne Winnacker im Gespräch mit Franko B
Nach ihrer Promotion 1994 war Susanne Winnacker bis zum Jahr 2000 als Hochschulassistentin an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig. Danach war sie u.a. Leitungsmitglied bei DasArts Amsterdam. 2004 übernahm sie die Gesamtleitung des Theaterfestivals Welt in Basel und war später stellvertretende Intendantin, Chefdramaturgin und Kuratorin für Tanz am Deutschen Nationaltheater Weimar. Aktuell leitet Susanne Winnacker die Hochschule für Musik und Theater in Rostock.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

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Performance
Franko B
Gesang
Mitch Miller
Original Musik
Othon
Performance Support / Prop Operation
Nina Berclez, Samuel Kennedy
Requisite
MDM (London), Officinesantandrea (Verona)
Technische Produktion
Steve Wald
Developed in dialogue with
Gilles Jobin, Tim Etchells
Lichtdesign
Nigel Edwards
Animation
Thomas Qualmann
Produktionsassistenz
Shabnam Shabazi
Produktion
Franko B
Koproduktion
Theater im Pumpenhaus Münster
Förderer
ARTS Council England
Foto
Company Franko B

www.franko-b.com

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Rimini Protokoll – Qualitätskontrolle

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Theater / Sa 1. + So 2.11.2014, 19.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Rimini Protokoll

Berlin
Qualitätskontrolle

Nach dem Warum hat sie nie gefragt. Warum sie vor 20 Jahren in den Pool der Ferienanlage gesprungen ist. Kopfüber, auf der Nichtschwimmerseite. Maria-Cristina Hallwachs ist seit dem Genickbruch vom Kinn abwärts gelähmt. Jedes Glas Wasser muss ihr gereicht werden. Die Atmung steuert ein Zwerchfellstimulator. Ihre Pflege kostet in der Stunde soviel wie ein Olivenbäumchen im Gartencenter. Erzählt sie selbst. Auch, dass sie bereits im Krankenhaus gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könne ein Leben in solcher Abhängigkeit zu leben. Ja – war die Antwort – leben hieß erstmal die nächsten 5 Minuten ‘überleben’. Maria-Cristina Hallwachs ist die Protagonistin im Stück Qualitätskontrolle der Gruppe Rimini Protokoll. Gerade erst mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Stücke 2014 ausgezeichnet! Die Arbeit von Helgard Haug und Daniel Wetzel schildert kein trauriges Schicksal. Sie stellt existenzielle Fragen. Wir wollen die Risiken minimieren. Schon vor der Geburt. Wünschen unseren Kindern nichts als Erfolg. Nur: wieviel Kontrolle lässt das Leben zu? Wo endet Selbstbestimmung? Was, wenn sich eine Biografie nicht mehr als Erfolgsmeldung erzählen lässt? Rimini Protokoll sind die Revolutionäre des Dokumentartheaters. Mit ihren „Experten des Alltags“ heben sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität auf. Schaffen Momente, die ans Wesentliche rühren. Oft kopiert, nie erreicht. Sie hatten schon professionelle Trauerredner, Karl-Marx-Kenner, Vietnamveteranen, indische Callcenter-Agenten und ägyptische Muezzine auf der Bühne. Hier begegnen wir einer Frau, die sagt: „Ich lächle. Oft“.

Das Hörspiel zu der Produktion “Qualitätskontrolle oder warum ich die Räusper–Taste nicht drücken werde” ist am 29.10. beim Festival Favoriten 2014 erlebbar.

Zusammen mit dem Kollektiv RIMINI PROTOKOLL hat die Heldin dieser wahren Geschichte ein Stück entwickelt, das sich so unaufdringlich wie unausweichlich mit Schicksal, Lebenswert und persönlicher Haltung beschäftigt. WDR 5

Nach der Aufführung am Sa, 1.11.:
Patrick Wildermann im Gespräch mit Helgard Haug
Schon während seines Studiums an der WWU arbeitete der gebürtige Münsteraner Patrick Wildermann für das Feuilleton und übernahm diverse Regietätigkeiten für Theaterprojekte in und um Münster. Seit 2005 lebt und arbeitet Wildermann in Berlin und schreibt als freier Kulturjournalist unter anderem für Theater der Zeit, Tagesspiegel, tip-Magazin und Goethe-Institut.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

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Mit
Maria-Cristina Hallwachs, Timea Mihályi, Admir Dzinić
Konzept/Text/Regie
Helgard Haug, Daniel Wetzel
Bühne/Licht/Videomapping
Marc Jungreithmeier
Bühne
Marco Canevacci (Plastique Fantastique)
Video/Videomapping
Grit Schuster
Musik
Barbara Morgenstern
Dramaturgie/Recherche
Sebastian Brünger
Produktionsleitung
Heidrun Schlegel
Regieassistenz/Recherche
Markus Klemenz
Bühnenbildassistenz
Ewa Sobczak
Produktionsassistenz
Caroline Lippert
Inspizienz
Hans Beck, Thomas Hoffmann
Regiehospitanz
Birte Niederhaus
Dramaturgiehospitanz
Lena Fritschle
Aufführungsrechte
schaefersphilippen Theater und Medien GbR
Produktion
Rimini Apparat
Koproduktion
Schauspiel Stuttgart
Förderer
Regierender Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – 
Kulturelle Angelegenheiten
Foto
Hanna Lippmann, © Rimini Protokoll

www.rimini-protokoll.de

25,- / erm. 17,- €