Internationales Tanztheater
Corroboration Dance (Südafrika)

Erstmalig in Europa: ShoSholoza. Das Corroboration Dance Ensemble aus dem Township Heidelberg bei Johannesburg probt in unseren Räumen drei Wochen lang für die Deutschlandtournee, um die Herzen der Zuschauer weiter im Sturm zu erobern. Der Choreograph Mandoza Redebe zählt zur Avantgarde der Künstler in Südafrika; er verbindet Stilelemente traditioneller Tänze mit den Rhythmen der Township-Kids. So entsteht ein Bühnenereignis, das die Magie afrikanischer Riten mit Spannung, Spielwitz und Heiterkeit verbindet. 15 junge Tänzerinnen und Tänzer, Musiker und Sängerinnen zeigen eine Symbiose verschiedener ethnischer Kulturen mit Pantsula-HipHop und Gumboots-Tanz. Dieser entstand vor mehr als 100 Jahren unter den schwarzen Bergarbeitern in den Goldminen Südafrikas als Geheimcode und zählt heute zur Folklore des Landes. Die Arbeiter hatten Sprechverbot und kommunizierten durch Klatschen auf die Gummistiefel. Der Name Shosholoza stammt von einem alten Zulu-Lied, das die Bergarbeiter am Morgen sangen. Die jungen Tänzer nutzen die alte Symbolik für einen Zeitsprung, für die Geschichte vom Kampf gegen die Apartheid. Sie bemalen die Gummistiefel, schminken ihre Gesichter und tragen dazu Schuluniformen.
CHOREOGRAPHIE Mandoza Redebe
KOMPOSITION Neo Muyanga
LICHT Volker Sippel
KOSTÜME Mélanie-Isabelle Csanadi
IN KOOPERATION mit Staatskanzlei des Landes NRW (Abt. Kultur), Allbaustiftung Essen
KOPRODUKTION von Theater im Pumpenhaus Münster, Altstadtherbst Düsseldorf, Stadt Heidelberg, Projektrealisation Motionarts


Die künstlerischen Leiter Barbara Kemmler und Alban Renz zeigen eine weitere Bestandsaufnahme ihres Projektes um drei jugendliche Roma und ein Mädchen aus Bosnien, das mit Mitteln von Film und Break- dance realisiert wurde. »Auf den Battles, die für Enes, Robbie, Nasuf und Melissa die Welt bedeuten, tan- zen die Kids aus dem Kosovo um ihr Leben. Da macht ihnen so schnell keiner was vor. ‚Ich tanze so schnell ich kann ‘ heißt denn auch ihr sym- pathisch chaotisches Stück, mit dem die Jugendlichen auf ihre Sorgen, Nöte, Hoffnungen und Träume zwischen drohender Abschiebung, Analphabetismus und Arbeitssuche aufmerksam machen und das doch viel mehr ist als ein tanztherapeu- tischer Befreiungsschlag. Zaghaft geführt von den Cactus-Machern Barbara Kemmler und Alban Renz entstand eine Collage, die erfrisch- end unlarmoyant zwischen unfrei- williger Komik und selbstironischem Augenzwinkern schwankt.« (WN, 13.6.2006)

