Internationales Junges Tanztheater
Aktivnagruppa (Slow. Rep.)
Zum ersten Mal präsentiert die ungewöhnliche Performance-Gruppe Aktivnagruppa aus der Slowakischen Republik die Arbeit Trilogie dem Publikum in Münster. Die Produktion, die gerade auf dem Festival of Contemporary Arts ihre Premiere hatte, ist so vielfältig wie die künstlerischen Konzepte, die in die Arbeit eingeflossen sind. Intim Blok ist ein kleines Kunststück, frei wie die Gedanken, voller Fantasie. Der zweite Teil der Trilogie beschreibt die Geschichte eines Verlustes während der Jugend: Kinderreich. Und schließlich geht es um das Ende einer Beziehung von jungen Menschen im Alter von ungefähr 30 Jahren. Lukas Kodon, Katarina Mrazkova und Martin Jenca, haben Aktivnagruppa im Jahr 2004 gegründet, weil sie über das Tanztheaters hinaus den Blickwinkel auf ungewöhnliche Techniken und Kunststile lenken wollten. Auf der Suche nach verkannten und vergessenen Welten entsteht ein Tanztheater, in dem jeder individuelle Geschichten entdecken kann. Aktivnagruppa nimmt auch am internationalen Projekt respect! teil.

Sie kommen wirklich aus der Schweiz. Was sich hinter der Alm-Idylle wirklich verbirgt, lässt sich erahnen, wenn das humorvollste Trauerorchester der Welt aufspielt. Ultra-aufregend. So schön und so verrückt. International gefeiert. Die Dead Brothers singen Französisch, Deutsch und Englisch. Tragisch, komisch, berührend. Zum Feiern. Zum Heulen. Geschichten vom Leben und von der Liebe. Also von der Sehnsucht und damit irgendwie immer vom Tod. Die Schweizer spielen mit einer Leidenschaft, die die Stücke zu Hymnen werden lässt. Das neue Album Wunderkammer mischt Blues, Swing und Django-Edwards-Jazz mit träger Zigeunermusik, Country und Rock’n’Roll. Deutschlands Musik-Zeitschrift Spex ist begeistert: »…die beste ›La Paloma‹ Interpretation seit den großen Hamburger Jungs.« Da hat das letzte Stündlein noch lange nicht geschlagen.

Die künstlerischen Leiter Barbara Kemmler und Alban Renz zeigen eine weitere Bestandsaufnahme ihres Projektes um drei jugendliche Roma und ein Mädchen aus Bosnien, das mit Mitteln von Film und Break- dance realisiert wurde. »Auf den Battles, die für Enes, Robbie, Nasuf und Melissa die Welt bedeuten, tan- zen die Kids aus dem Kosovo um ihr Leben. Da macht ihnen so schnell keiner was vor. ‚Ich tanze so schnell ich kann ‘ heißt denn auch ihr sym- pathisch chaotisches Stück, mit dem die Jugendlichen auf ihre Sorgen, Nöte, Hoffnungen und Träume zwischen drohender Abschiebung, Analphabetismus und Arbeitssuche aufmerksam machen und das doch viel mehr ist als ein tanztherapeu- tischer Befreiungsschlag. Zaghaft geführt von den Cactus-Machern Barbara Kemmler und Alban Renz entstand eine Collage, die erfrisch- end unlarmoyant zwischen unfrei- williger Komik und selbstironischem Augenzwinkern schwankt.« (WN, 13.6.2006)
