Theater Sycorax (Münster)
Sycorax steht kurz vor dem Abflug zum »worldwide festival madness and arts« in Toronto (Kanada), wo sie mit ihrer Woyzeck-Bearbeitung gastieren. Das Münsteraner Publikum hat noch einmal die Möglichkeit, den Festival-Woyzeck vor Ort zu sehen. Frei nach Büchner verwandelt sich in dieser Inszenierung der Klinikflur zur Bühne, Ärzte und Patienten agieren als dramatis personae und das Pochen in Woyzecks Kopf wird hörbar. Die weißen Wände der modernen Psychiatrie werden zur Projektionsfläche von Vorstellungswelten und Klinikalltag, Grenzen verschwimmen und Woyzecks Innenwelt rückt in den Mittelpunkt. »Der Zuschauer taucht eine Stunde lang in den Tiefen der Woyzeckschen Bewusstseinsebenen und ringt nach dem Auftauchen verwundert nach Luft: Gesehen mit den Augen von Sycorax, scheinen sie so unergründlich gar nicht zu sein.« (Westfälische Nachrichten)
Es spielen: J. Bayer, S. Brüffer, H. Dieckmann, S. Dobstadt, D. Grimm, A. Ochsmann, A. Radandt, A. Schäfer, S. Schmidt, K. Schönberger, G. Sowa, G. Terbaum, H.Weitkamp
Künstlerische Leitung/Regie: Paula Artkamp, Manfred Kerklau
Bühne: Hans Salomon
Licht: Volker Sippel
Unterstützt von Theater im Pumpenhaus, Kulturamt und Gesundheitsamt Stadt Münster, Fonds Sozio kultur, Stiftung Siverdes, VHS Münster, Förderkreis Sozialpsychiatrie und Förderkreis Sycorax e.V.

Vicente Saez ist eine der prägenden Gestalten in der zeitgenössischen spanischen Tanzszene. Seine Arbeit als Tänzer und Choreograph gilt in der internationalen Tanzwelt als richtungsweisend. Mitte der 80er Jahre sorgte sein Solo Ens für internationale Furore, eine Arbeit, die man unwidersprochen als eines der besten Soli der Dekade kennzeichnen kann. Dann folgten große Gruppenarbeiten, die ihn zuletzt nach Stockholm an das Staatsballett führten.
Mechthild Huschke hat sich über die Einsamkeit bis jetzt mit Schokolade und Likörchen hinweg getröstet. Aber dann passiert es: Kontaktanzeige – ein Treffen – eine Liebesnacht, und die Welt sieht anders aus. Sie plappert glücklich drauf los und offenbart wie nebenbei mit viel Humor ihr Schicksal: Mit Dieter war sie verheiratet, gesoffen hat er, Prügel gab es, und an seine Saufkumpanen hat er sie auch noch verkauft. Sie hat ihn umgebracht und sechs Jahre im Knast gesessen. Aber jetzt wird alles anders… “Jetzt!, hab ich ma gesagt, jetzt, Mechthild, benimmste dir ma nich wie ne Undeflorierte, jetzt wern die Beene übernander geschlagen und an die Cocktails gesaugt daßes die Pracht is”! Bukowski hat ein pralles eine-Frau-Stück um das Schicksal einer verliebten Außenseiterin geschrieben. (Er will seine Stücke “als Unterhaltungskunst zu gastronomischen Zwecken” verstanden wissen. “Theater als Aperitif, für den Abend, für das weitere Leben, für das Pflegen von menschlichen Beziehungen”.) “Der Mann an sich hat ja nur een Herz aber zwee Eier, da isser innerlich schon überstimmt.”;. Presse: “…brillant gespielt…” (Münstersche Zeitung). “80 Minuten bezauberte die Schauspielerin ihr Publikum…” (Westf. Anzeiger)
Es gibt nur eine Regel in Modus, und die lautet: “Don’t be yourself!”. Invent yourself. Führt Euch in Versuchung. Um Sex geht es sowieso nicht – es reicht nur zum Zwiebelschneiden… und das Publikum reibt sich die Augen. Dabei ist es doch ganz einfach. Sie sind zu viert. Das Ambiente zwingt zu nichts. Aber es gibt eben die Regel. Und es geht seinen Gang: Jens spricht von Erkennen, doch Irene will nicht erkannt werden. Sie will sich auch nicht von Jens sagen lassen, dass sie gerade das mädchenhafte Verhalten von Susi erkennt. Irene will überhaupt keinen Moderator. Also übernimmt sie selbst die Moderation. Modus ist nach »www. hotel.e« die zweite Zusammenarbeit von Heuel mit dem niederländischen Autor Andreas Vonder. “Ich mache den Dialog gern absurd, aber ich versuche es auf eine Art, dass niemand den Punkt findet, wo der Dialog absurd wird,” so Andreas Vonder. Sein Rezept ist aufgegangen. Modus ist eine kleine Kostbarkeit, die es verdient, genossen zu werden.