Theater Deutschland Premiere
Abattoir Fermé (Mechelen)

It will kick some asses« so der einhellige Kommentar unserer belgischen Freunde, als sie hörten, dass wir Abattoir Fermé ins Pumpenhaus einladen. Abattoir Fermé ist ein 1999 ge- gründetes Künstlerkollektiv aus Mechelen, das mit herkömm- lichen Theater genausoviel zu tun hat, wie Schlammcatchen mit klassischem Ballett. Abattoir Fermé über Abattoir Fermé: »We find inspiration in counterculture, outsider art, dissident politics, twisted sexuality and various themes clouded by obscurity or neglected because of their taboo nature. We love fantasy worlds, a filmic narrative and often grotesque acting styles. We love sampling and contextualizing influences from comic books, horror cinema and subcultures.« All das findet sich wieder in ihrer Produktion Gala- pagos, die 2005 als »one of last year’s most extraordinary and memorable productions« zum Niederländisch-Flämischen Theater-festival eingeladen wurde. Galapagos ist eine fragmentierte Erzählung von vier Charakteren, die sich in einem abgerockten Hotel wiederfinden: Ein naives Mädchen mit Gedächtnisschwund, ein verrückter Wissenschaftler, eine Dominatrix/ Mutter und ihr Sohn, der Hotelmanager. Sie verlieren sich in einer Welt voll Verlangen, Horror und Angst.
TEXT UND REGIE Stef Lernous
ES SPIELEN Nick Kaldunski und Tine Van den Wyngaert
PRODUKTION in Zusammen- arbeit mit kc nOn (Mechelen)
AUFFÜHRUNGSSPRACHE Englisch
Die Aufführung ist für Jugendliche unter 18 Jahren und zart besaitete Zuschauer nicht geeignet.




Bernhard Van Eeghem gilt als das bestgehütetste Geheimnis der Brüsseler Theaterszene. Der 1953 geborene Architekt und Kunstge- schichtler, der sich selbst als sym- pathischen bon-vivant und art brutist bezeichnet, kam in den 80er Jahren über die belgische Theaterlegende Jan Decorte zum Theater. Für die Brüsseler Beursschouwburg entwarf er Plakate, Kostüme und Bühnen- bilder. Seit den 90er Jahren ist er einer der vielgefragten Schauspieler des Brüsseler-Offs. Sein Solo One hand waving free wurde 2004 als eine der besten Arbeiten in der nie- derländisch-flämischen Theaterland- schaft ausgezeichnet. Ausgangs- punkt von Nil Nisi Bene ist ein Floh- markt-Fund, den Van Eeghem und Graindorge auf dem Brüsseler Vossenplein machten. Ein weg- geworfener Koffer, voll mit alten Rechnungen, Fotos und Wett- listen, der von einer 92 Jahre alten Frau stammte, die ihr Ge- dächtnis verloren hat. Nil Nisi Bene ist eine Ode an die klei- nen Dinge, die wir aufschreiben, um sie nicht zu vergessen, die kleinen alltäglichen Rituale, die dem Leben einen Sinn geben. Nil Nisi Bene ist ein Theaterabend so laut wie ein Augenaufschlag; mit zwei großen Akteuren, klugen Texten, schöner Musik, kleinen Choreographien und einer gehörigen Portion Bildender Kunst. Es ist ein Theaterereignis mit Seltenheits- charakter: Ehrlich, unprätentiös und integer.

